Münchwilen
Schul-Pavillon steht und wird bis zum Schulbeginn fertig ausgebaut

Die Zeiten als in Münchwilen auf den Gängen unterrichtet wurde, sind vorbei. Ein Pavillon konnte bei der Erne AG Holzbau für vorerst zwei Jahre gemietet werden. Trotz der guten Lösung strebt der Gemeinderat weiterhin ein neues Schulhausprojekt an.

Marc Fischer
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Claudia Waldmeier, Rolf Hügli und Willy Schürch (v.l.) vor dem Pavillon, der die beengte Raumsituation in der Münchwiler Schule entschärft.

Claudia Waldmeier, Rolf Hügli und Willy Schürch (v.l.) vor dem Pavillon, der die beengte Raumsituation in der Münchwiler Schule entschärft.

mf

«Wir sind froh, zum Schuljahresbeginn genügend Schulraum, genügend Möbel und ein voll besetztes Kollegium vorweisen zu können», zeigte sich der Münchwiler Gemeindeammann Willy Schürch erleichtert. Gemeinderat Rolf Hügli doppelte nach: «Mit dem Provisorium können wir die Qualität des Unterrichts sogar steigern.»

Mitte Juni hatte der Souverän von Münchwilen in einer Referendumsabstimmung den Kredit in der Höhe von 5,35 Millionen Franken für den Aus- und Umbau des bestehenden Schulhauses abgelehnt. Seither arbeitete man in Münchwilen mit Hochdruck an einer kurzfristigen Lösung des Platzproblems im Schulhaus. «Dass wir mehr Schulraum benötigen, war immer unbestritten. Das Referendum richtete sich in erster Linie gegen die Kosten», führte Gemeindeammann Willy Schürch aus.

Mehrgleisige Planung

«Wir mussten mit einem Nein in der Referendumsabstimmung rechnen, deshalb haben wir immer mehrgleisig geplant.» Wäre das Schulhausprojekt angenommen worden, hätte man auf das kommende Schuljahr die ganze Schule in ein grosses Provisorium an der Biffigstrasse ausgelagert, so Schürch weiter. «Nach dem Nein galt es, einen Standort näher beim Schulhaus zu finden.»

Dies ist den Verantwortlichen gelungen. In intensiven Gesprächen mit den Vereinen und der Schule kristallisierte sich heraus, dass der Pavillon auf dem roten Sportplatz direkt am Weg der zur Schule führt, am besten geeignet ist. «Es benötigte auf allen Seiten Kompromisse, doch nun haben wir eine gute Lösung freut sich Schürch.

Der Pavillon konnte bei der Erne AG Holzbau für vorerst zwei Jahre gemietet werden. Im Pavillon werden eine mehrstufige Abteilung (1. bis 3. Klasse) und ein Gruppenraum untergebracht. «Auch die Musikgrundschule, die Heilpädagogik und Deutsch als Zweitsprache finden im Pavillon Platz», erklärte Schulpflegerin Claudia Waldmeier. Mit den neuen Räumlichkeiten entspannt sich die Platzsituation im Schulhaus merklich.

«Wir können sogar einen Arbeitsraum für die Lehrkräfte einrichten», freut sich Waldmeier. Die Zeiten als in Münchwilen auf den Gängen unterrichtet wurde, seien damit endgültig vorbei. Erfreut zeigten sich die Verantwortlichen über die Tatsache, dass alle Stellen besetzt werden konnten. «Wir mussten die Hälfte der Lehrkräfte inklusive Schulleitung ersetzen», so Waldmeier, «dies ist uns trotz der lange unklaren Raumsituation gelungen.»

Neues Projekt als Ziel

Trotz der guten Lösung strebt der Gemeinderat weiterhin ein neues Schulhausprojekt an. «Wir haben uns kurz nach der Referendumsabstimmung ein erstes Mal mit dem Referendumskomitee getroffen und ein nächster Termin ist auch schon vereinbart», erklärt Schürch das weitere Vorgehen. «Wir möchten ein breiter abgestütztes Projekt ausarbeiten.» Dieses muss dann wiederum die Gemeindeversammlung passieren. Frühestens an der nächsten Sommergemeinde komme eine weitere Vorlage.

«Die Gefahr eines ‹dauerhaften Provisoriums› bestehe immer», antwortete Schürch auf eine entsprechende Frage, «ich bin aber zuversichtlich, dass es in Münchwilen nicht so herauskommt.» Die turnenden Vereine möchten die Fläche, auf der der Pavillon steht, bald zurück und auch die Schülerzahlen dürften weiter steigen. Im letzten Schuljahr gingen knapp 60 Kinder in Münchwilen in den Kindergarten oder zur Schule. Claudia Waldmeier rechnet mit dem Wechsel des Schulsytems auf sechs Jahre Primarschule im Schuljahr 2014/15 mit bis zu 75 Kindern.

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