Laufenburg

Schützen-Inferno: «Der Täter wollte sich an den Behörden rächen»

Bei dem Brand wurden sieben Personen verletzt. Sie hatten teilweise schwere Rauchvergiftungen.

Bei dem Brand wurden sieben Personen verletzt. Sie hatten teilweise schwere Rauchvergiftungen.

Der mutmassliche Brandstifter des «Schützen» hatte der Polizei im Vorhinein bereits gedroht, er würde das ehemalige Hotel in die Luft sprengen. Andreas Frei — leitender Arzt in der Psychatrie — klärt mögliche Motive.

Herr Frei, was könnte den 24-Jährigen dazu bewogen haben, ein Haus in Brand zu setzen und damit das Leben von Menschen zu gefährden?

Andreas Frei: Es gibt für mich drei Möglichkeiten. Erstens Rache an den Behörden, weil ihm etwas nicht zugestanden wurde. Zweitens eine persönliche Kränkung durch die Mitbewohner. Drittens eine psychotische Motivation, ein Verfolgungswahn mit imperativen Stimmen, die in den Bereich der Geisteskrankheit fallen.

War dem Täter, als er den Brand legte, bewusst, dass er damit das Leben von Menschen aufs Spiel setzt?

Das hängt von der Motivation des Täters ab. Im Falle einer psychotischen Motivation könnte er die Tötung durchaus beabsichtigt haben. Ebenso falls die Tat durch die Kränkung eines Mitbewohners motiviert war. Im Falle der Rache an den Behörden eher weniger.

Der 24-Jährige drohte wenige Tage vor der Tat, die Liegenschaft in die Luft zu sprengen. Was sagt dies über seine Persönlichkeit aus?

Aufgrund der Drohung würde ich eher sagen, dass es sich beim Täter um jemanden handelt, der sich an den Behörden rächen will. Allerdings gibt es auch psychotisch Motivierte, die im Vorfeld einer Tat Warnsignale geben. Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass es ein gut funktionierendes Bedrohungsmanagement gibt, um heikle Situationen rechtzeitig zu erkennen und zu entschärfen. 

Verdacht auf Brandstiftung

Beitrag vom 16.1.2017: Brandstiftung im ehemaligen Hotel Schützen

  

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