Frick

Schüler tauchten in die Welt der Technik ein

Mädchen bauten bei interaktiven Demonstrationen Berührungsänste ab.

Mädchen bauten bei interaktiven Demonstrationen Berührungsänste ab.

Computerspiele programmieren, Roboter steuern, Lichtschaltungen löten – dies alles bot «Achtung Technik Los!» den Schülern der zweiten und dritten Klassen der Sekundar- und Bezirksschule.

In der Schule Frick Ebnet fand die Wanderausstellung «Achtung Technik Los!» statt. Das Ziel der Ausstellung war es, die Jugendlichen mehr für technische Berufe zu begeistern. Der Bedarf an Fachkräften im technischen Bereich steigt, während die Zahl der Jugendlichen, die sich für technische Berufe interessieren, seit langem stagniert. Lehrstellen bleiben unbesetzt, obwohl gerade Berufe im technischen Bereich interessante Entwicklungsmöglichkeiten bieten und auch gut bezahlt sind.

Der Frauenanteil in technischen Berufen ist immer noch verschwindend klein und Mädchen wählen lieber schlecht bezahlte Berufe, die dem traditionellen Rollenbild entsprechen. So sind die Berufsfelder Elektrizität und Energie sowie Elektronik und Automation mit einem Frauenanteil von unter zehn Prozent noch völlig männerdominiert. Die Schulleitung weiss um diese Tendenz und hat die Wanderausstellung bewusst bereits zum zweiten Mal an die Oberstufe Frick geholt.

Berührungsängste abbauen

Wo könnte man besser ansetzen, als in der Schule, in der unsere Fachkräfte von morgen zu finden sind? Die Veranstalter boten den Schülern und Schülerinnen mit grossem Engagement ein sehr abwechslungsreiches und spannendes Programm.

In Workshops, Gesprächen mit Lernenden und interaktiven Demonstrationen bauten Schüler und Schülerinnen, die sich noch nie mit Technik oder Informatik beschäftigt haben, Berührungsängste ab. Viele waren überrascht, wie viel Kreativität auch in diesen Berufen gefragt ist. Dies bestätigen auch die vielen positiven Rückmeldungen der Schüler und Schülerinnen.

«Etwas Neues lernen»

Wie fanden die Schüler und Schülerinnen selbst die Ausstellung «Achtung Technik Los!»?

«Ich fand die Aktionstage ganz toll. Ich konnte etwas Neues lernen. Am besten hat mir das Programmieren des Computerspiels gefallen. Ich habe schon früher in meiner Schule in Serbien ein wenig Informatik gelernt, so hatte ich schon eine Ahnung, wie das geht. Es hat sehr Spass gemacht», erzählt Milica.

Sophie sagt: «Die Lernenden hätten bei den praktischen Kursen, zum Beispiel beim Löten, ein wenig mehr erzählen können und ein wenig mehr Selbstbewusstsein zeigen können. Für Zweitklässler, die mitten in der Berufswahl sind, finde ich es wirklich einen perfekten Anlass. Es ist schon so, dass die technischen Berufe fast nur von Jungs besetzt sind. Ich glaube das liegt daran, dass sich Jungs mehr dafür interessieren. Mädchen könnten ja auch einen technischen Beruf erlernen, wenn sie wollten. Es kann auch sein, dass einige Mädchen keinen technischen Beruf erlernen wollen, weil das vielleicht eher untypisch und nicht klassisch ist.»

Vieles zum Ausprobieren

Leonie fand es gut, dass man viel selbst machen durfte und nicht nur da sitzen musste. «Ich fand es toll, dass viele junge Leute dort waren, die lustig drauf waren und mit denen es Spass machte. Dass wir schon in der 9. Klasse sind und deshalb die Berufswahl bei uns schon durch ist, fand ich zwar ein bisschen schade. Es war trotzdem ein sehr cooler Anlass, bei dem man auch etwas lernen konnte. Es konnten aber nicht alle Schüler die gleichen Kurse besuchen, was ich ein bisschen komisch fand.»

Diego meinte, dass man verbessern könnte, dass auch Frauen in den Workshops mithelfen. «Es war ja keine Einzige da und das schreckt die Mädchen vielleicht auch ein bisschen ab», meint er.

Die Schulleitung fand gefallen

Philipp meint, kulturelle Gründe seine hierfür verantwortlich, dass sich so wenige Frauen mit der Technik beschäftigten, «weil in der Geschichte die Wissenschaftler, Techniker und Tüftler schon immer mehrheitlich Männer waren».

Die jüngste Wanderausstellung stiess sowohl bei der Lehrerschaft als auch der Schulleitung auf ein positives Echo. «Achtung Technik Los!» soll künftig neben dem Projekt «Schule trifft Wirtschaft» ein weiterer Baustein im Berufsfindungsprozess für die Schülerinnern und Schüler sein. (az)

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