Wollten Schüler früher in Prüfungen schummeln, versteckten sie Spickzettel im Etui und im Ärmel des Pullovers oder sie notierten sich die wichtigen Formeln oder Vokabeln auf der Handfläche. Und heute? Hat sich auch das Spicken technologisiert? Ersetzen Smartphone und Smartwatch dank Internetzugang und Kamerafunktion die althergebrachten Spick-Methoden?

«Die Vielfalt der Möglichkeiten hat sich sicher erweitert», sagt der Schulleiter der Kreisschule Region Laufenburg, Siegbert Jäckle. Auch Angela Diesner, Schulleiterin in Eiken, sagt, die Methoden hätten sich geändert. So komme es beispielsweise vor, dass Schüler ihre Schulhefte mit dem Smartphone abfotografieren und danach in Prüfungen versuchen, diese Notizen abzuschreiben.

Allerdings: Alarmierend sind die Zustände an Fricktaler Schulen bislang nicht. Selten seien die Schummelversuche mit Smartphone oder Smartwatch, sagt etwa Michèle Scheidegger, Schulleiterin des Oberstufenzentrums Fischingertal. Eine Statistik wird nirgendwo erhoben, doch der Fricker Schulleiter Lothar Kühne sagt stellvertretend für seine Kollegen der Fricktaler Oberstufenschulhäuser: «Selbstverständlich gibt es ‹Schummelversuche›, erfolgreiche und weniger erfolgreiche.» Dies sei schon früher so gewesen. Aber: «Es wird sicher nicht mehr geschummelt als früher, einzig die Art und Weise hat sich geändert.»

Schüler müssen Handys abgeben

Die Schulen sind sich also der möglichen Technologie-Schummeleien bewusst – und versuchen sie zu verhindern. «Einige Lehrpersonen ziehen generell zu Stundenbeginn die Smartphones ein», sagt Lothar Kühne. Bei anderen Lehrern müssten die Telefone während der gesamten Unterrichtsstunde im Schulsack verstaut sein. In Laufenburg gilt nicht nur in Prüfungen, sondern generell die Regel, dass alle Handys während der Unterrichtszeit ausgeschaltet sein müsse. In Eiken «werden die Telefone laut Schulregel morgens abgegeben». Bei Prüfungen werde jeder Schüler einzeln kontrolliert, betont Angela Diesner.

So weit gehen die anderen Fricktaler Oberstufen nicht. Überall gilt aber: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. «Die Methoden mögen sich den technischen Möglichkeiten anpassen, entscheidend ist aber nach wie vor das wache und aufmerksame Auge der Lehrperson, welche die Klasse beaufsichtigt», ist Beat Petermann, Leiter der Kreisschule Unteres Fricktal, überzeugt.

Alte Methoden leben weiter

Die Lehrer haben jedoch nicht nur ein Auge auf die neuen, technischen Spick-Möglichkeiten. «Auch alte, ‹bewährte› Methoden überdauern die Zeit», sagt Lothar Kühne. Und Beat Petermann ergänzt, die klassischen Methoden seien einfach handhabbar.

Auf die Äste heraus lassen, welche Methoden bei den Schülern beliebter sind, wollten sich die Schulleiter nicht. «Dafür müsste man eine Umfrage bei den Schülerinnen und Schülern machen», so Lothar Kühne. «Wobei diese sicher nicht ehrlich antworten würden, da sie sich nicht ihrer Möglichkeiten berauben möchten.»