Rheinfelden
«Schritt:weise» ist einen Schritt weiter

Die katholische Kirchgemeinde Rheinfelden-Magden-Olsberg unterstützt das Frühförderungsprogramm «Schritt:weise».

Marc Fischer
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Frühförderung: Kinder und Mütter an einem der Gruppentreffen des Programms «schritt:weise». zvg

Frühförderung: Kinder und Mütter an einem der Gruppentreffen des Programms «schritt:weise». zvg

Frühförderung und Prävention; positives Familienklima und Integration von sozial benachteiligten oder bildungsfernen Familien: Seit 2011 läuft in Rheinfelden ein Pilotprojekt, das die genannten Schlagworte mit Leben füllt: «schritt:weise» (siehe Box). Die Zähringerstadt ist damit eine von bloss zwei Gemeinden im Aargau, die das Pilotprojekt in Angriff genommen haben. Mittlerweile ist sie sogar die Einzige. Wohlen ist Anfang Jahr mangels Interessenten ausgestiegen. In Rheinfelden läuft das dritte Projektjahr noch bis Mitte 2015. Doch nun stellt sich die Frage, wie es danach weitergeht.

Kanton zahlt nicht mehr

Trägerschaft war bis anhin der Kanton, der den Verein Erziehung und Bildung (VEB) mit einem Leistungsvertrag beauftragt hat, das Projekt umzusetzen. Auch die Finanzierung lag bisher hauptsächlich beim Kanton. «Schritt:weise» wurde aus dem Fonds des Alkoholzehntels finanziert. Rund eine Million Franken ist seit 2011 in das Projekt geflossen. Hinzu kamen Spenden, Kollekten der Kirchen und in Rheinfelden ein Beitrag des gemeinnützigen Frauenvereins.

Doch nun versiegt die Geldquelle aus Aarau. Die Laufzeit des Pilotprojekts sei von Beginn weg definiert gewesen, sagt Enrico Kopatz, stellvertretender Leiter Kommunikation beim Kantonalen Departement für Gesundheit und Soziales (DGS) und: «Es ist gut investiertes Geld gewesen. Wir hoffen, dass die Trägerschaft ohne Kanton geregelt werden kann.»

Trägerschaft gefunden

Tatsächlich scheint man dafür in Rheinfelden auf gutem Weg zu sein. Stadträtin Brigitte Rüedin ergänzt die Informationen aus dem DGS: «Fachvertretungen des DGS und des Bildungsdepartements sowie Vertreter der Gemeinderäte und Alice Liechti vom Verein Erziehung und Bildung haben das Pilotprojekt letztes Jahr diskutiert.» Und dabei sei eine Weiterführung und Überleitung in die Regelstruktur befürwortet worden. Aus finanziellen Gründen habe sich der Kanton jedoch entschieden, das Projekt nicht weiter zu verfolgen. «Ich habe beschlossen, eine Trägerschaft vor Ort zu suchen und fand offene Ohren bei der Kirchenpflege und beim Seelsorge-Team der katholischen Kirche, vertreten durch Linda Gaeta», so Rüedin weiter. Und so wird nun die römisch-katholische Kirchgemeinde Rheinfelden-Magden-Olsberg an der Kirchgemeindeversammlung vom 19. November über das Projekt informieren. Sie will Gelder aus dem Fonds für soziale Projekte, der aus dem Überschuss der Jahresrechnung 2012 geäufnet wurde, in das Projekt einfliessen lassen. Eine eigentliche Genehmigung an der Versammlung ist nicht nötig, da der Fonds bereits besteht. Der VEB seinerseits würde gerne auch in Zukunft im Projekt dabei bleiben, wie Geschäftsführerin Alice Liechti sagt. «Wir haben mit ‹schritt:weise› und damit mit der frühen Förderung von Kindern nun doch schon einige Erfahrungen gesammelt und würden diese gerne weiter einbringen.»

Liechti ist vom Projekt «schritt:weise» ebenso überzeugt wie Linda Gaeta, Pfarreikoordinatorin der Pfarrei Rheinfelden-Magden-Olsberg und die Rheinfelder Stadträtin Brigitte Rüedin. Derzeit nehmen 14 Familien teil. Alice Liechti betont: «Das Projekt richtet sich sowohl an Schweizer Familien als auch an Familien mit Migrationshintergrund.» Es sei wichtig für die Kommunikation innerhalb der Familien, aber auch zur Kommunikation untereinander. «Es bildet sich ein soziales Umfeld, über das auch Informationen vermittelt werden können.»