Rheinfelden
Schönste Jahreszeit hat begonnen: Zähringerstadt ist vier Tage in Narrenhand

Frau Fasnacht hängt am Obertorturm, die Stadtregierung hat das Zepter übergeben: In Rheinfelden hat die närrische Zeit begonnen.

Stefan Gyr
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Die «Schwarzmeerfrösch» aus Bellach treten auf dem Obertorplatz als Special Guests auf. stg

Die «Schwarzmeerfrösch» aus Bellach treten auf dem Obertorplatz als Special Guests auf. stg

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Leichter Regen fiel vom Himmel, als sich der feierliche Tross kurz vor 20 Uhr in Bewegung setzte. Frau Fasnacht wurde auf einem von Narren gezogenen Wägelchen durch die Altstadt von Rheinfelden geführt, bevor sie unter Trommelwirbel am Obertorturm aufgehängt wurde. Lautstarker Jubel brach aus, als die überlebensgrosse Figur hoch über dem Torbogen baumelte. Das Gesicht zum Städtli hingewandt, wacht sie nun während der vier schönsten Tage in luftiger Höhe.

Auf dem Obertorplatz herrschte am Abend des Schmutzige Dunschdig dichtes Gedränge. «Frau Fasnacht hängt!», frohlockte Béa Bieber, Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden. «Das ist das Startzeichen: Jetzt geht es los!» Frau Vizeammann Brigitte Rüedin wünschte den Narren eine «lebensfrohe, glückliche Fasnachtszeit» und übergab als Vertreterin der Stadtregierung das Zepter – nicht an ihre Stadtratskollegin Béa Bieber, sondern an einen Vertreter des Narrennachwuchses: den kleinen Mischa, eines der jüngsten Mitglieder der «Rumpel-Stilze». Für die nächsten vier Tage sei er jetzt Prinz Mischa, sagte Béa Bieber.

«Fasnacht Royal» als Motto

Der Knabe kam in einem königlichen Prunkgewand daher. Auch viele andere Narren traten in majestätischem Ornat auf. Denn in diesem Jahr lautet das Motto für das närrische Treiben «Fasnacht Royal», nachdem sich 2013 in der Zähringerstadt fast alles um König Rudolf von Rheinfelden gedreht hat. Mit einem königlichen Fasnachtsprogramm sollen jetzt die närrischen Tage begangen werden. Die Fasnachtsgesellschaft hat nach eigenen Angaben keine Mühe gescheut, um einen majestätischen Rahmen für das bunte Treiben zu schaffen. Und viele Restaurants haben sich dem Motto entsprechend herausgeputzt, wie Béa Bieber erfreut feststellte.

Ehrenorden für Schnitzelbänggler

«Möge das königliche Amusement also beginnen», rief die Präsidentin den Narren zu. Sie beglückwünschte zwei Gruppen, die ein Jubiläum feiern können: Die «Armlüchter» sind 30 und die «Ramba-Zamba-Wyber» 10 Jahre alt geworden. Als Special Guest trat bei der offiziellen Fasnachtseröffnung die Guggenmusik Schwarzmeerfrösch aus Bellach auf – weil echte Königinnen und Prinzessinnen Frösche brauchen, um sie zu küssen, wie Bieber erklärte. Sie fügte aber an: «Ob sich die Frösche dann als Märchenprinzen entpuppen, bleibt offen.»

Wie zuvor die «Ohräquäler» aus dem badischen Rheinfelden schränzten die «Schwarzmeerfrösch», was das Zeug hielt. Die versammelte Narrenschar wippte begeistert im Rhythmus mit. Bevor sich das närrische Geschehen in die Beizen verlagerte, wurde ein verdienter Fasnächtler ausgezeichnet: Hans Nassi, langjähriger Schnitzelbänggler in Rheinfelden und Basel, erhielt den Ehrenorden der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden. Nassi musste aus dem nahen Gasthaus gerufen werden, damit die Präsidentin ihm den Ehrenorden anheften konnte.