Ist die Rede vom Spital, so wird das allgemein mit Krankheit gleichgesetzt. Ein Krankenhaus ist aber auch Ort des beginnenden Lebens. So gehören zartes Babyweinen und stetige Jö-Ausrufe von Eltern und entzückten Besuchern zum Alltag des Gesundheitszentrums Fricktal.

408 Mädchen und Buben haben 2013 am Standort Rheinfelden das Licht der Welt erblickt. Die 400er-Grenze ist damit zum zweiten Mal in Folge überschritten worden. Die Zahl ist erfreulich, dennoch: «Von einem Babyboom kann trotz der vielen Geburten nicht die Rede sein», so Miriam Crespo, Kommunikationsverantwortliche des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF), mit seinen beiden Standorten Rheinfelden und Laufenburg. Einen speziellen Grund für die Zunahme der Geburten ist vonseiten des Verantwortlichen nicht wirklich ersichtlich. Vergleichbare Geburtenzahlen wurden in den 90er-Jahren vermeldet. In Laufenburg wurde die Geburtenabteilung 1998 geschlossen und seither nur noch am Standort Rheinfelden angeboten.

Erneuerung in Rheinfelden


Nicht nur hinsichtlich der Zahl der neuen Erdenbürger können die GZF-Verantwortlichen des Gesundheitszentrums auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurückblicken. Ein Jahr, welches insbesondere im Zeichen der Erneuerung und weiteren Stärkung stand. In Laufenburg konnten die umfassenden Umbauten und Sanierungen im Pflegeheim abgeschlossen werden.

Um sich im herrschenden Spitäler-Konkurrenzkampf weiterhin behaupten zu können, ist das Gesundheitszentrum Fricktal gefordert. Dazu gehört das Vorweisen eines hohen Standards in allen Bereichen. Was wiederum grosse Investitionen nötig macht. So folgt nach den umfassenden Umbauten in Laufenburg nun die auf drei Jahre (2014 bis 2017) ausgelegte Erneuerung der Bausubstanz in Rheinfelden. 30 Millionen Franken werden für die komplette Sanierung aufgewendet.


«Und das bei laufendem Betrieb», erklärt Miriam Crespo. Während der Bauzeit müssen einzelne Abteilungen intern gezügelt werden. Nicht vorgesehen hingegen ist laut Katharina Hirt, Leiterin Pflege und Ökonomie sowie stellvertretende CEO (zuständig auch für die Bauprojekte), dass Abteilungen im Rahmen der Sanierungen temporär von Rheinfelden nach Laufenburg umgesiedelt werden. Im Spital Rheinfelden sollen während der nächsten drei Jahre unter anderem alle Viererzimmer im Pflegeheim in Einer- und Zweierzimmer mit Nasszellen umgebaut werden. Weiter werden die Operationssäle modernisiert und ein separater Anbau für die Überwachungsstation realisiert.


Die erfolgte Bauphase in Laufenburg und nun auch die geplante in Rheinfelden werden von den Verantwortlichen als wichtige strategische Weiche für den weiteren Erfolg für das Gesundheitszentrum bezeichnet. Kurt Jakober, Präsident des Verwaltungsrates, hält im Geschäftsbericht 2013 fest: «Im Zusammenhang mit den benötigten Investitionen erweisen sich die Investitionspauschalen im Rahmen der Spitalfinanzierung als unzureichend. Erstmals müssen wir dafür Fremdkapital aufnehmen.»


Der Verwaltungsratspräsident betont, dass der Jahresgewinn mit 231 724 Franken in Anbetracht des anhaltenden Kostendruckes als sehr positiv zu werten ist.


Fachärztehaus in Frick


Als erfolgreich darf sich auch die verstärkte Präsenz im oberen Fricktal bezeichnen. Die Synergien zwischen dem Fachärztehaus in Frick und dem Laufenburger Spital seien spürbar. Das Gesundheitszentrum Fricktal wird unter anderem 2015 zwei Hausarztpraxen übernehmen, für die keine Nachfolge gefunden werden konnte. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der ärztlichen Grundversorgung im Fricktal geleistet.