Ivan Rakitic
«Schon damals ein Captain»: Karriere von WM-Star Ivan Rakitic begann in Möhlin

Mitten im Glitzer und Glanz der Fussball-WM in Brasilien spielt einer mit, der im Fricktal aufgewachsen ist: Ivan Rakitic. Der 26-Jährige hat seine Karriere beim FC Möhlin-Riburg gestartet.

Nadine Böni
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Ivan Rakitic - der Schweizer im Team der Kroaten.
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Ivan Rakitic, der Mann aus Möhlin AG, tritt den entscheidenden Penalty – und schiesst Kroatien in den WM-Halbfinal.
Ivan Rakitic - Fricktaler Wurzeln
Der kroatische Internationele Ivan Rakitic (27) vom FC Barcelona ist einer von 23 Kandidaten bei der Wahl zum Weltfussballer des Jahres.
Der Ex-Basler Ivan Rakitic (mitte) schoss Sevilla zum Sieg.
Ivan Rakitic spielte diese Saison noch für den FC Sevilla.
Ivan Rakitic sicherte Schalke drei wichtige Punkte
Ivan Rakitic begann in Möhlin im Fricktal mit dem Fussball.
Für den FC Basel spielte Ivan Rakitic von 2005 bis 2007, danach wechselte er für vier Saisons zum FC Schalke 04, ehe er für drei Jahre nach Sevilla ging und anschliessend bis heute beim FC Barcelona kickt.

Ivan Rakitic - der Schweizer im Team der Kroaten.

KEYSTONE/AP/DARKO BANDIC

Zehn Jahre ist es her, aber bei Lehrer Ruedi Frey dauert es nicht lange und die Erinnerungen sprudeln nur so aus ihm heraus. Erinnerungen an einen Schüler, der mit den Kollegen auf dem Pausenplatz des Schulhauses Steinli kickte. Der, wie viele andere Jungen, Fussballprofi werden wollte. Ein Schüler, der mit dem Ball am Fuss tatsächlich derart gut zaubern konnte, dass er es schaffte und Fussballer wurde.

Der Schüler hiess Ivan Rakitic. Es ist der junge Mann, um den sich zehn Jahre später die Schlagzeilen der Fussball-Magazine dieser Welt drehen. «Sevilla triumphiert im Penaltyschiessen», jubelte im Mai die spanische Presse. Der FC Sevilla hatte soeben die Europa League gewonnen – mittendrin als Captain: der inzwischen 26-jährige Ivan Rakitic. «Kann Rakitic zu Kroatiens Held werden?», fragte wenige Wochen später eine englische Zeitung kurz vor der WM. Und zuletzt vermeldeten die Newsportale: «Transfer-Hammer! Rakitic geht zu Barcelona.»

Die Karriere begann vor über 20 Jahren in Möhlin. Im Alter von vier Jahren schnürte Ivan Rakitic erstmals die Fussballschuhe für den FC Möhlin-Riburg. Als Stürmer mit noch kurzen Beinen verzückte der kroatisch-schweizerische Doppelbürger schon bald sämtliche Zuschauer. Eine Geschichte, wie sie heute noch im Dorf erzählt wird, handelt von einem Spiel der F-Junioren. Möhlin habe 25:0 gewonnen und Ivan alleine 18 Tore erzielt, so heisst es.

Lange blieben diese Leistungen nicht unentdeckt. 1995 war es der FC Basel, der Ivan Rakitic zu sich holte. Beim FCB durchlief Rakitic in den folgenden Jahren sämtliche Junioren-Auswahlen, schaffte 2005 den Sprung in die erste Mannschaft und überzeugte dort das Publikum mit wunderbaren Toren.

Ruedi Frey, der während Rakitic’ Schulzeit Rektor in der Sekundarschule in Möhlin war, überraschte der Werdegang nicht. Ein «seriöser junger Mann» sei Ivan gewesen, «ruhig und unauffällig», sagt Frey. Obwohl er wegen Trainings einige Lektionen verpasste, machte er einen guten Abschluss. «Er wusste, was er wollte, war damals schon ein kleiner Captain», sagt Frey.

Nach zwei Jahren beim FCB ging Rakitic in die Bundesliga zu Schalke 04 und dann nach Spanien zum FC Sevilla. Mit dem Wechsel zum FC Barcelona – dem Klub von Lionel Messi und Neymar – hat er die höchste Stufe einer Fussballerkarriere erklommen. Die Region, in der er aufwuchs, hat er dabei nicht vergessen. Er ist der Mäzen des kroatischen Klubs NK Pajde in Möhlin, bei dem Vater Luka Rakitic als Präsident amtet. Die Familie wohnt noch immer in Möhlin. Und die FCB-Fans dürften gerne hören, dass Rakitic guten Kontakt zu Präsident Bernhard Heusler pflegt. Eine Rückkehr zum FCB scheint nicht ausgeschlossen.

Während der WM verbringt Ruedi Frey ein Klassenlager in Genua. Er verfolgt die Spiele von Ivan Rakitic noch immer genau. Aus lauter Dankbarkeit für das, was er für ihre Söhne – Ivans Bruder Dejan ging bei Frey zur Schule – geleistet hat, schenkte ihm die Familie Rakitic einst eine Flasche Schnaps und ein Trikot des FC Basel. «Der Schnaps ist inzwischen leer, das Trikot habe ich immer noch zu Hause», sagt Frey. Was beim Lehrer ausser den schönen Erinnerungen geblieben ist: Bewunderung. «Mich hat die grosse Dankbarkeit der Familie Rakitic beeindruckt. Und ihr Zusammenhalt.»

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