Herznach
Schnitzelbänke Herznach: Ein Fasnachtsjubiläum mit herzhaften Sprüchen garniert

Urgitzler Geischter und Herznacher Rüebli nahmen kein Blatt vor den Mund. Am Herznacher Schnitzelbankabend war für viel Lachen gesorgt.

Geri Hirt
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Ein sicherer Wert an der Herznacher Fasnacht, die Urgitzler Geischter.

Ein sicherer Wert an der Herznacher Fasnacht, die Urgitzler Geischter.

Eine aufwändige, fantasievolle Dekoration und Schnitzelbänke gehören zur Herznacher Fasnachtstradition. Doch auch Neues wird gewagt: Die neue Strassenbeflaggung, erstmals eine Pfeiffergruppe aus Basel, Gutscheine unter den Stühlen und eine professionell aufgezogene Bühnenshow der Herznacher Rüebli.

Der Fasnachtsverein Staffeleggtal als Organisator und als Retter der Herznacher Fasnacht kann das 10-Jahr-Jubiläum feiern. Diese aktiven Leute sind motiviert wie eh und je, was auch den fasnachtsbegeisterten Besuchern nicht entgangen ist – sie verdankten es mit einem Rekordaufmarsch.

Wie jedes Jahr war man auch diesmal gespannt, was die Schnitzelbänkler auftischen mögen, zumal die dorfeigenen Episoden und Episödchen stets einen Schwerpunkt bilden.

Die Herznacher Rüebli gestalteten ihren Auftritt völlig neu, indem sie das Fasnachtsjahr Monat für Monat durchgingen und ihre Verse musikalisch unterlegten. Sie trauern beispielsweise mit folgendem Vers dem Ende des Güggelifestes nach:

Si mache keis Fäschtli meh: de VMC!
Was isch denn gscheh?
Au alli Güggelfüdli, die händ si gseh!
Oh jehmineh!
De Hübstel bliibt eifach leer sid dem Auguscht. Oh Fruscht!
Jo, säg wo bliibt denn do die summernächtlich Luscht? I de Bruscht!
Uf em Hübstel wird sid Johre es Fäschtli gmacht Ändi Auguscht.
Do chasch suufe, tanze und johle, Poulet ässe nach Herzensluscht.
Aber jetz het das Gspässli es Ändi, bim VMC hets kei Lüüt meh.
Jo suscht würd mer am Änd, dört meh Güggel als Helfer gseh.

Die Urgitzler Geischter verfolgen seit Jahren von der Burg Urgitz aus das Geschehen im Tal. Zum Präsidentenwechsel im Schützenverein haben sie – wie könnte es anders sein – ihre eigene Version:

Dr Wäg vom Gmeinsaal i «Jäger» isch churz, würde mir säge.
Au bim Ishokey a dr Olympiade wär für d Schwyz churz ä Medallie din gläge.
Oder chürzer söllsch träte sobald pensioniert bisch.
Churz isch aber au, wenn me z Herznach bi dä Schütze Präsidäntin isch.
Mir wüsse natürlich nid was d Hintergründ si,
Und us däm Grund mische mir eus do au nid i.
Aber schpekuliere und dänke hei mir glich e chli wellä,
viellecht isch halt das Waliserdütsch z schwierig für gwüssi Gselle!

Aus einer für die betroffene Herznacherin unangenehmen Angelegenheit machen die Herznacher Rüebli dennoch tröstliche Verse:

Z mitts am Morge chöme Rumäne, fahre s Dörfli uf und ab.
Und si gshend dänn dört bim Margrit, stoht scho s Kässeli parat.
Schnäll usstiege und chli schwätze, jo mer isch jo früntli hüt.
Mer chönnt au säge mit dem Trick, do bschisst mer alti Lüüt.
Und sie zahle ihri Öpfel und umarme die guet Frau.
Näme no grad echli Schmuck mit und s Gäld us de Kasse au.
Und dänn seckles über d Stross ie und wänd schnäll ab und devo.
Doch bim Gasser obe het si Schmier id Chnutte gno.

Top aktuell reimten die Urgitzler Geischter zur Ladeneröffnung vom letzten Montag:

A dr alte Landstross gäbs wider ä Beckerlade.
Und afangs März si d Lüüt a d Eröffnig iglade.
Dr Schtandort dört hindä freut eus am meischte,
Hoffentlich chönnä sich d Herznacher d Kunz-Priise leischte.

Die Herznacher Fasnacht geht heute Samstag mit der Kinderfasnacht um 14 Uhr und dem Herzliball mit Guggen und Maskenprämierung um 20 Uhr im Gemeindesaal weiter.