«Anlage, Sicherheit, Ertrag» – dafür stand das Kürzel der ASE Investment AG. Die Firma war eine externe Vermögensverwalterin und bot ihren Kunden Devisenhandel in unterschiedlichen Produkten an. Doch für die Staatsanwaltschaft ist klar: Das Unternehmen aus Frick betrieb keine seriöse Vermögensverwaltung, sondern ein riesiges Schneeballsystem. 448 Bundesordner umfassen die Akten zum Fall ASE – und auch die weiteren Zahlen sind eindrücklich: 2500 Personen sind zu Schaden gekommen, 639 treten als Privatkläger auf, die gesamte Deliktsumme beträgt 170 Millionen Franken.

Anklage im Fall ASE Investment

Anklage im Fall ASE Investment

2500 Geschädigte und 170 Millionen Deliktsumme: Die Staatanwaltschaft klagt drei Personen der Fricker Investmentfirma ASE an.

Gewinne nur vorgegaukelt

Bei der Geschäftstätigkeit der ASE kam es im Lauf der Zeit gemäss Mitteilung der Staatsanwaltschaft zu massiven Unregelmässigkeiten. Nun werden drei Verantwortliche der Firma angeklagt. Dem ehemaligen Geschäftsführer wirft die Staatsanwaltschaft gewerbsmässigen Betrug, qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung und mehrfache Urkundenfälschung vor. Der Mann, der weitgehend geständig sei und sich gegenüber den Strafverfolgungsbehörden kooperativ verhalte, soll bei seiner Anlagetätigkeit seit mindestens Januar 2006 massive Verluste erlitten haben.

Diese habe er verheimlicht und den Anlegern stattdessen fiktive Gewinne vorgetäuscht. «In der Folge hat er nach Bedarf Löcher in den unterschiedlichen Anlageprodukten gestopft, wobei er auf sämtliche Mittel zurückgriff, denen er im Namen der ASE habhaft werden konnte», hält die Staatsanwaltschaft weiter fest.

Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, er habe durch die Vermischung von Kunden- und Anlagegelder ein einziges riesiges Schneeballsystem betrieben. Im April 2012 wurde aufgrund einer Strafanzeige der Basler Kantonalbank und mehreren Privatpersonen gegen die damaligen Organe der ASE ein Strafverfahren eröffnet.

Hintergrund des Tatverdachts waren Bankauszüge, welche gegenüber Kunden falsche Guthaben auswiesen. Im Juni 2012 wurde über die ASE Investment AG der Konkurs eröffnet, dieser wurde im Januar 2014 mangels Aktiven eingestellt. Der geständige Hauptbeschuldigte wurde im Verlauf des Verfahrens inhaftiert und hat im Februar 2015 den vorzeitigen Strafvollzug angetreten.

Mitangeklagte nicht geständig

Neben dem Geschäftsführer wurden auch der Verwaltungsratspräsident der ASE wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und Misswirtschaft und der ehemalige Kundenbetreuer der ASE bei der Basler Kantonalbank wegen Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug angeklagt.

Anders, als der Hauptangeklagte, sind die beiden mutmasslichen Mittäter nicht geständig und weisen jegliche Schuld von sich. Die Anklagen sind am Bezirksgericht Laufenburg hängig. Das erstinstanzliche Hauptverfahren dürfte im November dieses Jahres stattfinden.