Wölflinswil
Schnee sorgt für «vorgezogenen Weihnachtsmarkt»

Erstmals in 31 Jahren fiel am Herbstmärt in Wölflinswil Schnee. Dennoch lockte der Markt zahlreiche Besucher an – in einer speziellen Ambiance.

Werner Hostettler
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Premiere und besondere Ambiance: Der traditionelle Herbstmärt in Wölflinswil im Schneetreiben. hot

Premiere und besondere Ambiance: Der traditionelle Herbstmärt in Wölflinswil im Schneetreiben. hot

Das freute die Organisatoren ganz besonders: Auch der frühzeitige Wintereinbruch vermochte die Leute nicht davon abzuhalten, den traditionellen Wölflinswiler Herbstmärt zu besuchen.

Gut geschützt unter einem Vordach und Kälte abweisend gekleidet, sprach Guido Treier, seit langen Jahren schon OK-Mitglied, von einer «absoluten Premiere», denn: «Wir hatten wohl einmal mit starkem Regen zu kämpfen und mussten wegen eines Sturmes frühzeitig abbrechen, aber in diesen 31 Jahren hat es an unserem Herbstmärt wirklich noch nie geschneit.» So sei der Herbstmärt eben «zu einer Art vorgezogenem Weihnachtsmarkt» geworden.Was die Leute aber überhaupt nicht davon abhielt, den traditionellen und mittlerweile weit über die Region hinaus bekannten Herbstmärt zu besuchen. Gemeindeammann Köbi Brem zeigte sich erfreut darüber, dass «die Leute dem Winterwetter zum Trotz dennoch vom Ofenbänklein runter gekommen sind» und als Grund, warum dieser Anlass so beliebt ist, meinte er: «Unser Herbstmärt ist eben bekannt für die unbestritten hohe Qualität der angebotenen einheimischen Produkte und er strahlt auch eine ganz besondere Ambiance aus.»

Produkte direkt vom Produzenten

Einer der zahlreichen Märtbesucher war Christian Schneider, Gemeindeammann von Kienberg: «Ich komme immer gerne hierher, weil dies wirklich noch ein Märt ist, der diesen Namen auch tatsächlich verdient. Und mit diesem Schneefall bekommt er dieses Jahr noch eine spezielle Note.» Sowohl das OK wie auch die befragten Produkteanbieter zeigten sich zufrieden: «Si chömme nid nur, si poschte au.»

Das Angebot war denn auch ebenso vielfältig wie verlockend, von Bauernbrot und Backwaren über Geräuchertes, Gemüse und Frischobst bis hin zu Strickwaren, Kunst- und Handwerksarbeiten. Dies alles unter dem Motto «Direkt vom Produzenten zu fairen Preisen.» Zudem konnten einige der Insektennisthilfen bestaunt werden, welche die Kinder des Dorfes auf Initiative von Guido Treier mit viel Fleiss und Fantasie selber gebaut hatten. Und wer sich für einen Moment aufwärmen wollte, dem boten sich das Märtbeizli und das Raclettestübli an. So wurde der traditionelle «Märt-Schwatz» oder das Treffen der Heimweh-Wölflinswiler eben unter ein schützendes Dach verlegt, wo das berühmte «Märt-Kafi mit Zusatz» ohne Schneeflocken genossen werden konnte. Alles in allem wiederum ein Herbstmärt, der sich trotz Regenschirm- und Wintermantelwetter zum gewohnt geselligen Anlass entwickelte.