Der neue Gemeinderat von Eiken heisst Christoph Aebi. Der 34-jährige Informatiker holte im zweiten Wahlgang 391 Stimmen und distanzierte damit seine Gegenkandidatin Erika Manz klar. Für die 38-Jährige stimmten lediglich 63 Eiker. Die Stimmbeteiligung lag bei 32,28 Prozent.

Die Deutlichkeit des Resultats überraschte auch Aebi. «Ich rechnete mit einem deutlich engeren Ergebnis», erklärte er gegenüber der az. Die klare Wahl dürfte vor allem auf drei Faktoren zurückzuführen sein: Erstens erhielt Aebi Support von der IG «Neue Gemeinderäte für unser Dorf» und die fünf ehemaligen Gemeinderäte haben im Dorf nach wie vor Gewicht.

Zweitens wurde Manz kurz vor der Wahl Opfer einer Schmutzkampagne. In Windeseile verbreitete sich vom «Rössli»-Stammtisch aus das Gerücht im Dorf, die vierfache Mutter beziehe Sozialhilfe. Dies wies Manz zwar «in aller Form» von sich, doch dürfte sie das Gerücht doch einige Stimmen gekostet haben.

Verankerung spielte eine Rolle

Drittens spielte auch die Verankerung im Dorf mit eine Rolle. Aebi lebt, von kürzeren Unterbrüchen abgesehen, seit 1985 in Eiken und engagiert sich unter anderem als Juniorenobmann beim FC. Erika Manz ist vor vier Jahren aus Hornussen zugezogen.

Für Aebi, der bereits heute Montag an seiner ersten Gemeinderatssitzung teilnehmen wird, geht es nun als erstes darum, «möglichst schnell zu einem Team zusammenzuwachsen», um «Eiken voranbringen zu können».

Drei Kandidaten gefunden

Bis diese Teamfindung allerdings abgeschlossen werden kann, wird es noch rund zwei Monate dauern: Nach wie vor sind in Eiken nämlich zwei Sitze im Gemeinderat vakant – jener von Vizeammann Beat Schöni und jener von Gemeindeammann Peter Balzer, der im Dezember das Handtuch entnervt geworfen hatte. Diese Ersatzwahl findet am 8. März statt. Seit Freitag ist klar: Es hat genügend Papabili. Drei junge Eiker – Patrik Balmer (33), Kilian Brogli (37) und Markus Zwahlen (36) wollen auf einem der beiden Sessel Platz nehmen. Balmer und Brogli wollen gleichzeitig Ammann werden, Brogli kandidiert zudem auch als Vizeammann.

Bis die Exekutive komplettiert ist, machen die beiden langjährigen Gemeinderäte Gerhard Zumsteg und Guido Schmidli temporär weiter. Christoph Aebi, der sich auf seine erste Sitzung freut, heute Montag mit einem «guten Gefühl» ins Gemeindehaus geht, «aber natürlich auch etwas aufgeregt» ist, will in den zwei Monaten, in denen Zumsteg und Schmidli noch im Amt sind, «möglichst viel von ihnen und ihrem Wissen profitieren».

Manz überlegt sich Wegzug

Ganz anders war gestern Sonntag, wenig verwunderlich, die Gefühlslage von Erika Manz. Sie ist über das schlechte Abschneiden «massiv enttäuscht». Auch sie rechnete damit, dass das Verdikt deutlich enger ausfällt. «Das Gerücht hat aber viel kaputt gemacht», meint sie zur az. Die Unterstützung der IG für Aebi habe ihren Beitrag zum schlechten Resultat geleistet.

Erika Manz empfindet das Resultat als «Klatsche ins Gesicht» und überlegt sich nun auch, aus Eiken wegzuziehen. «Die Mehrheit will in Eiken offenbar keine Veränderung», konstatiert die gelernte Detailhandelsfachfrau. Das Dorf werde weiterhin im Dornröschenschlaf verharren – «und schon bald auf einen neuen Crash zulaufen». Ja, gibt Manz offen zu, sie sei nach dieser Erfahrung «schon etwas verbittert».

Ganz aus der Politik will sich Manz aber trotzdem nicht zurückziehen. Sie werde sich auf die Parteipolitik konzentrieren und versuchen in ihrer Partei, der SVP, auf kantonaler Stufe etwas zu erreichen.