Sanierung
Schmucke Aufwertung im Fricktal: Die Laufenburger Altstadt gewinnt an Strahlkraft zurück

Der Sanierungsbedarf in Laufenburg hat sich seit 2014 halbiert. Die Mieteinnahmen helfen, den Steuerfuss konstant zu halten.

Dennis Kalt
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Stadtrat André Maier (links) und Vizeammann Meinrad Schraner erfreuen sich ab vielen sanierten Liegenschaften in der Laufenburger Altstadt.

Stadtrat André Maier (links) und Vizeammann Meinrad Schraner erfreuen sich ab vielen sanierten Liegenschaften in der Laufenburger Altstadt.

dka

Die gute Laune ist Vizeammann Meinrad Schraner und Stadtrat André Maier beim Spaziergang durch die Laufenburger Altstadtgassen anzumerken. Kein Wunder – haben doch viele Fassaden und ganze Häuserzeilen durch das Investitionskonzept der Stadt über die letzten fünf Jahre eine schmucke Aufwertung erfahren. «Stellten wir 2014 einen Sanierungsbedarf von 40 Prozent der Liegenschaften – 298 Haushalte – fest, ist dieser heute um über die Hälfte gesunken», sagt Schraner.

Verantwortlich für diesen positiven Wandel sind nicht nur Investitionen der Stadt in die Altstadtliegenschaften, sondern auch die privaten Liegenschaftsbesitzer, die sich die Strategie des Stadtrates zum Vorbild nahmen und selbst in die Sanierung ihrer Gebäude investierten. Ein Beispiel ist etwa die Häuserzeile beim ehemaligen Grundbuchamt. Fünf Millionen Franken nahm die Stadt in die Hand, um die Liegenschaft sanft zu sanieren, mit einem Anbau zu versehen und die Oberfläche der Umgebung neu zu gestalten. «Dieses Engagement der Stadt hat die Besitzer in der Nachbarschaft dazu animiert, auch ihre Liegenschaften entsprechend aufzuwerten», so Maier.

«Zweiter Eingang zur Altstadt entsteht»

Das «Zentrum Hinterer Wasen», dort wo der Gemeindeverband mit dem Kinder- und Erwachsenschutzdienst und die Regionalplanung Fricktal domiziliert sind, erfüllt zudem eine wichtige Zentrumsfunktion der Stadt für die Region, so Schraner. Nur unweit vom «Zentrum Hinterer Wasen» entfernt steht an der Kantonstrasse der Schwertliturm, dessen Erscheinung durch den Abriss eines alten Gebäudes Anfang 2019 freigelegt wurde. «Zwischen Schwertliturm und Burgmatt soll bis zum Sommer 2021 eine Begegnungszone mit Bänken und Bäumen entstehen», sagt Maier. «Es entsteht ein zweiter Eingang zur Altstadt», schiebt Schraner nach.

Altstadt verzeichnet viele Zuzüger

Auch im Herzen der Altstadt, etwa in der Marktgasse, haben einige Privatbesitzer ihre Liegenschaften saniert und kleine Wohnungen einbauen lassen. «Wir haben einen erfahrenen Architekten auf der Bauverwaltung und empfehlen den Privatbesitzern, dass sie mit ihren Plänen zu uns kommen sollen, damit wir mit ihnen ihre Wünsche besprechen und sie beraten können.» Maier betont, dass es nicht von ungefähr komme, dass die Altstadt von allen Quartieren der Stadt die höchste Bevölkerungszunahme der letzten Jahre habe. So waren denn auch die fünf Wohnungen in der Marktgasse 169, für deren Kauf und Sanierung die Stadt rund eine Millionen Franken investierte, «vermietet, bevor die Farbe trocken war», wie Maier sagt.

440'000 Franken aus Mieteinnahmen

Aber auch die Ortsbürger haben etwa durch ihre über fünf Millionen Franken schwere Investition in das Haus am Schlossberg mit Dreifachnutzung – Zivilstandsamt, Wohnhaus mit sieben Wohnungen und Gästehaus – zur Aufwertung des gesellschaftlichen Lebens beigetragen. «Gerade mit der Schlossbergmatte gibt es hier eine Kulisse etwa für Hochzeiten, die im Fricktal einzigartig ist», so Schraner.

Stand heute besitzt die Stadt – Einwohnergemeinde und Ortsbürgergemeinde – 14 Liegenschaften, exklusive «Schützen», – in ihrem Finanzvermögen und erwirtschaftet einen jährlichen Bruttoertrag von etwa 1,4 Millionen Franken aus den Mieteinnahmen. Nach Abzug der Aufwendungen und Abschreibungen beläuft sich der Nettoertrag aus den Mieteinnahmen auf rund 440'000 Franken, was in etwa sechs Steuerprozentpunkte der Stadt entspricht. «Das hilft mit, den Steuerfuss konstant zu halten», sagt Schraner.

Zeitliche Abfolge der Sanierung ist die Herausforderung

Als nächstes grosses Projekt steht die Sanierung des «Adler» durch die Stadt an. «Hier haben wir schon eine Absichtserklärung der Mieter für den Wiedereinzug nach der Sanierung», sagt Schraner. Die Herausforderung sei hier die zeitliche Abfolge der Sanierung des Gebäudes und der Erneuerung des Marktplatzes. «Die Planung dieser Arbeiten ist wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg des Restaurants und die Zufriedenheit der Mieter und Nachbarn», sagt Maier.