Obermumpf
Schmackhafter Saft dank einer alten Most-Presse

Die Mosterei-Saison hat begonnen. Auch in Obermumpf laufen die Maschinen von Franz und Ursula Stocker wieder auf Hochtouren. Wichtig ist ihnen, dass die Äpfel aus der Region kommen.

Sandra Bös
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Das Ehepaar Stocker an der Mostpresse
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In der Mosterei von Franz und Ursula Stocker in Obermumpf
Das Netz ist dazu da, dass nur der Saft durchkommt
Ein Schöpfbagger transportiert Äpfel nach oben
Die vielen verschiedenen Apfelsorten werden von Landwirten gekauft

Das Ehepaar Stocker an der Mostpresse

Sandra Bös

11 Uhr in der Mosterei von Franz und Ursula Stocker in Obermumpf: Vor einer grossen Mostpresse steht ein Wagen, auf dem etliche Schachteln mit verschiedenen Apfelsorten gelagert sind. In der Luft liegt ein süsslicher Duft: Die Saison für die Mosterei hat begonnen. Es haben sich einige Leute versammelt, darunter Freunde des Ehepaars und der Präsident der Interessengemeinschaft Hochstammobst, Christian Ott.

Mit der 74 Jahre alten Mostpresse gibt es ein Problem, doch das Ehepaar Stocker hat dies schnell behoben und es braucht nicht lange, bis die Presse wieder einwandfrei funktioniert. Franz und Ursula Stocker ist es vor allem wichtig, dass die Äpfel aus der Region kommen. Christian Ott weiss: «Die Äpfel werden von den beiden Landwirten Hansruedi Burkart und Roland Meyer gekauft. Nachdem die Äpfel gemostet worden sind, pasteurisiert Hansruedi Burkart den Saft und verkauft ihn anschliessend in 5 Liter Packungen.»

Viele Arbeitsschritte bis zum Saft

Die Äpfel werden in ein grosses Gefäss mit frischem Wasser gegeben, damit sie gewaschen sind. Von dort werden sie von einem Schöpfbagger einen Stock nach oben transportiert, wo sie in einem riesigen Trichter landen. Am Boden des Trichters wird das Obst geschnitten und wird zur Maische, eine Art Apfelmus. Franz und Ursula Stocker legen an dieser Stelle ein grosses Netz unter die Mostpresse. Der Saft gelangt durch das Netz hindurch und landet in einer grossen Plastikwanne. Diesen Vorgang wiederholt das Ehepaar bis zu viermal am Tag.

Mosten als Hobby

Bei der Arbeit mit der Mostpresse arbeitet das Ehepaar gemeinsam im Team und scheint dabei grossen Spass zu haben. «Franz und Ursula verdienen mit dem Most nicht sehr viel. Doch das stört sie nicht, ihnen bereitet die Arbeit an der Presse grosse Freude, es ist für sie wie ein Hobby, eine Art Freizeitgestaltung», erzählt Christian Ott der Aargauer Zeitung. Es wird ein Glas mit frisch gemosteter Saft in die Runde gereicht, damit jeder etwas probieren kann. Der Saft schmeckt köstlich: nicht zu süss, nicht zu sauer und auch nicht zu fad.

«Je mehr verschiedene Apfelarten für den Saft gemischt werden, desto besser schmeckt er. Für eine 5-Liter-Saftpackung werden ungefähr 6.5 Kilogramm Obst benötigt. Die Abfälle, die übrig bleiben, nimmt der Landwirt wieder mit, um es an seine Tiere zu verfüttern», so Christian Ott.