Möhlin
Schlüsselübergabe ist erfolgt, jetzt regieren die Fasnächtler

Mit der Schlüsselübergabe auf dem Gemeindehausplatz wurde die Fasnacht 2014 offiziell eröffnet. Die schönste Jahreszeit steht unter dem Motto «Mir jubilierä!»

Nadine Böni
Merken
Drucken
Teilen
MGV-Präsident Tobi Schürch begrüsst die Fasnächtler
12 Bilder
Fasnachtseröffnung in Möhlin 2014
Die MGV feiern Geburtstag und werden beschenkt.
Auch dieser Galgen ist ein Geschenk zum Geburtstag
Auch Renate Erni, Vizezunftmeisterin der FZR, gratuliert
Gemeindeammann Fredy Böni bei seiner traditionell in Versform gehaltenen Rede
Grosse und kleine Fasnächtler freuten sich über die Eröffnung.
Meine Heimat, unser Dorf und eine Fasnacht, Christian Fritschin ruft zu Zusammenhalt auf.
Die MGV-Gugger heizen den Fasnächtlern ein erstes Mal ein.
Der Nachwuchs der FZR-Tambouren bei ihrem grossen Auftritt.
Viel Blech und wilde Funken bei den FZR-Tambouren.
Die FZR-Gugger machen den Abschluss.

MGV-Präsident Tobi Schürch begrüsst die Fasnächtler

Nadine Böni

Exakt ein Jahr mussten die Närrinnen und Narren aus Möhlin und Ryburg warten. Genau 365 Tage sind seit dem Aschermittwoch 2013 vergangen. Ganz am Schluss, so schien es, fehlte ihnen ein wenig die Geduld.

Die Gugger der Meler Galgevögel (MGV) jedenfalls begannen am Donnerstagabend schon zu spielen, als noch nicht alle Redner die Fasnacht eröffnet hatten. Und so hörte man von MGV-Präsident Tobi Schürch einen Satz mit Seltenheitswert: «Gugge halt!», rief er nach einem beherzten Sprint ans Mikrofon über den Gemeindehausplatz.

Böni gibt den Schlüssel ab

Es blieb nicht der einzige lustige Augenblick an diesem Abend, an dem auch Petrus einmal mehr bewies, dass er zumindest für die Meler und Ryburger Fasnacht ein Herz hat. Nur Minuten vor der Eröffnung hatte es geblitzt, gedonnert und geregnet.

Bei der Eröffnung aber zeigte der Wettergott Erbarmen. So konnten Tobi Schürch und Renate Erni, ihrerseits Vizezunftmeisterin der Fasnachtzunft Ryburg (FZR), die Schlüssel zum Gemeindehaus im Trockenen entgegennehmen.

Gemeindeammann Fredy Böni fiel der vorübergehende Rücktritt als regierende Kraft nicht schwer. «Wir freuen uns auf die Bänkler, Tambouren, Gugger und Fasnachtswagen. Wir jubilieren und feiern – wir festen also weiter, hört man manchen sagen», sagte er traditionell in Versform und in Anlehnung an das Motto der diesjährigen Fasnacht. «Mir jubilierä!», lautet dieses und könnte treffender nicht sein.

Jubiläen führt zum Motto

2013 konnten im Dorf gleich mehrere runde Geburtstage gefeiert werden: Die Musikgesellschaft wurde 150 Jahre alt, die FZR 90 und die Ortsbürgergemeinde Möhlin sowie der Sonnenbergturm 100 – um nur einige der Grössten zu nennen. 2014 nun werden die MGV 50 Jahre alt. Entsprechend wurden sie am Donnerstag reich beschenkt und gefeiert.

Die FZR ihrerseits gab eine Nettigkeit zurück: Im vergangenen Jahr hatten die MGV den Ryburgern mit einem Plakat am Bahndamm zum 90. Geburtstag gratuliert – dieses Jahr ist es umgekehrt. Und nicht nur das: Beim Jubiläumsfest im Juli soll den MGV ein aus einer Eiche geschnitzter Galgevogel überreicht werden.

Bei all der Einigkeit unter den sich sonst konkurrierenden Fasnachtsgesellschaften überraschte es nicht, dass das meistbejubelte Votum an diesem Abend von einem Ryburger im MGV-Kostüm kam.

«Wir alle auf dem Gemeindehausplatz sind verantwortlich, dass es auch in den nächsten 100 Jahren eine schöne Fasnacht gibt», sagte Christian Fritschin. Es gäbe genug Leute, die mit der Fasnacht nichts anfangen könnten und beim ersten Lärm die Polizei rufen und sich beschweren. «Aus diesem Grund müssen wir Fasnächtler zusammenstehen. Damit unsere Fasnacht nie untergeht.»