Mettauertal

Schliessung Schule Etzgen: Gemeinde-Präsident kontert Vorwurf

Das Stimmvolk von Mettauertal entscheidet am 22. November darüber, ob die Schule Etzgen geschlossen wird. Gemeindepräsident Peter Weber kontert nun den Vorwurf, das Infoblatt der Gemeinde berichte dazu einseitig.

Das Stimmvolk von Mettauertal entscheidet am 22. November darüber, ob die Schule Etzgen geschlossen wird. Gemeindepräsident Peter Weber kontert nun den Vorwurf, das Infoblatt der Gemeinde berichte dazu einseitig.

In der aktuellen Informationsbroschüre der Gemeinde zeigt sich eine Gemeinderätin überzeugt von einer Ein-Standort-Lösung. Es folgt Kritik, das Infoblatt sei zu einseitig. Gemeindepräsident Peter Weber kontert nun den Vorwurf.

Heute werden die zurzeit 141 Schülerinnen und Schüler in der Fusionsgemeinde Mettauertal an zwei Schulstandorten – einer im Ortsteil Etzgen, einer im Ortsteil Wil – unterrichtet. Ob das auch künftig so sein wird, entscheidet das Stimmvolk an der Urne am 22. November. Es geht um die vom Gemeinderat beantragte Schliessung der Schule Etzgen. An der Gemeindeversammlung im Juni wurde die Schliessung mit 221 Ja gegen 220 Nein äusserst knapp beschlossen. Das Referendum dagegen kam innert Kürze zustande.

In der aktuellen Informationsbroschüre der Gemeinde zeigt sich Gemeinderätin Elisabeth Keller im Editorial davon überzeugt, dass ein guter Standort langfristig die bessere Lösung als zwei mittelmässige sei.

Dieser Satz ist Viktor Steinacher aus dem Ortsteil Etzgen sauer aufgestossen. Er empfindet ihn als Ohrfeige für viele, schreibt er in einem Leserbrief. Es zeuge zudem von wenig Wertschätzung gegenüber Lehrpersonen, Schulleitung und Schulpflege. Steinacher gibt zudem seinem Erstaunen darüber Ausdruck, dass das Infoblatt an besagter Stelle für eine persönliche Stellungnahme eines Gemeinderates genutzt werden kann. Er sei bisher davon ausgegangen, dass das Heft einer neutralen Berichterstattung dienen soll.

Für Behörde und Bevölkerung

Dazu sagt Gemeindepräsident Peter Weber: «Das Editorial steht jeweils einem der Gemeinderäte zur Verfügung, um seine ganz persönliche Meinung zu einem Thema kundtun zu können.» Er sieht in den Zeilen von Elisabeth Keller keineswegs Missbrauch einer öffentlichen Plattform. Im Gegenteil: Der Gemeindepräsident kann den Worten seiner Ratskollegin nur beipflichten.

Der gewählte Ausdruck «ein Schulstandort sei die bessere Lösung als zwei mittelmässige» passe und sei auch nicht abwertend gemeint. Ausserdem würde seine Ratskollegin mit ihrem letzten Satz «Wie auch immer Sie sich entscheiden – die Schule bleibt im Dorf» neutral bleiben und die Entscheidung gänzlich der Bevölkerung überlassen. Der Gemeinderat hofft, dieser Entscheid werde von vielen mitbestimmt.

Die Gemeindebroschüre ist ein vom Gemeinderat herausgegebenes Informationsorgan. Hier wird zu aktuellen Themen berichtet. «Der Gemeinderat soll darin ja auch mitteilen, welche Themen und Sachgeschäfte ihn umtreiben.» Weber betont aber auch, dass diese mehrmals jährlich erscheinende Infoschrift der Bevölkerung ebenfalls zur Verfügung steht. So hätten sich die Gegner der Etzger Schulschliessung selbstverständlich auch mit einem Beitrag in die aktuelle Ausgabe einbringen können. Es sei aber nichts Entsprechendes an die Verwaltung oder den Gemeinderat herangetragen worden.

In der druckfrischen Broschüre äussert sich auch die Schulpflege unter dem Titel «Schulstruktur – so oder so wird es anders» über die anstehende Abstimmung. Die Behörde schreibt über die Veränderungen in der Schulstruktur, erklärt die Einstandortvariante ebenso genau wie die Variante mit zwei Standorten.

So oder so: Emotional ist die Schulabstimmung auf jeden Fall, weiss Peter Weber. Er geht davon aus, dass das Resultat wieder knapp sein wird.

Meistgesehen

Artboard 1