Wölflinswil
Schlichtheit ist das neue Markenzeichen der Kirche

Die Renovationsarbeiten in der Kirche St. Mauritius in Wölflinswil sind zu Ende. Am gestrigen Sonntag nahmen sie die Gläubigen bei einem Gottesdienst wieder in Empfang.

Hans Christof Wagner
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Die erste Eucharistiefeier in St.Mauritius nach Abschluss der Renovation der Kirche feierten (von links) Gemeindeleiter Christoph Küng, Weihbischof Martin Gächter und Pfarrer Franz Xaver Süess.

Die erste Eucharistiefeier in St.Mauritius nach Abschluss der Renovation der Kirche feierten (von links) Gemeindeleiter Christoph Küng, Weihbischof Martin Gächter und Pfarrer Franz Xaver Süess.

Hans Christof Wagner

Die Renovationsarbeiten in der Kirche St. Mauritius sind zu Ende. Bischof Martin Gächter aus Solothurn nahm die Weihe der renovierten Pfarrkirche der römisch-katholischen Gemeinde vor. Er sprach in der Predigt davon, dass für Christen der Gottesdienst in einer angenehmen Atmosphäre auch wichtig sei. Die Kirche zeige sich nach der Renovation freundlich, hell und einladend. Gemeindeleiter Christoph Küng sprach von einem «Freudentag».

Freuen konnte sich auch die Gemeindeversammlung. Noch im Frühjahr stand die Befürchtung im Raum, die Renovation könnte deutlich teurer als budgetiert ausfallen, da möglicherweise die Stabilität der Decke nicht mehr gegeben ist. Probebohrungen erwiesen jedoch das Gegenteil. So reichte der von der Baukommission unter Leitung von Anton Kretz beantragte Kredit über 600 000 Franken aus.

Sanierung war notwendig

Dass etwas getan werden muss in dem Gotteshaus, war der Kirchgemeinde schon ums Jahr 2012 bewusst. Eine Renovation lag 40 Jahre zurück, ein neuer Anstrich der Innenwände 20 Jahre. Diese waren vom Russ der Kerzen ganz schwarz geworden. So erstrahlen diese nach der Renovation in neuem Glanz. Restauratorin Ina Link hat die Baukommission bei der Farbgestaltung beraten. Sie hat auch die ursprüngliche Farbe der an der Kirchendecke weiss überstrichenen Blumenornamente wieder freigelegt.

Grosser Kostenpunkt war auch die Erneuerung der undichten Fenster, die im Zuge der Arbeiten mit Isolierglas versehen wurden. Neuer Blickfang im Chor des Kirchenbaus sind die beiden bunten Glasfenster. Sie waren zuvor in Einzelteilen im Pfarrhaus deponiert. Eine Spezialfirma aus Zürich fügte sie wieder zu kompletten Fenstern zusammen. Dabei stellte sich heraus, dass sie nicht mehr vollständig waren. Fehlende Stücke mussten ergänzt werden.

Schlichtheit ist das neue Markenzeichen von St. Mauritius. Sind doch sowohl Ambo (Lesepult) als auch der neue Altar in schmucklosem Kirschholz gehalten. In den neuen Altar sind Eisenplatten des Vorgängers eingearbeitet. Zudem legte Gächter eine Reliquie des heiligen Mauritius hinein. Der nach vorne verlängerte Altarraum ruht auf einem Podest aus hellem Eichenholz.

Neu sind auch die Anzeigetafel für die Lieder und der Ständer für Opferkerzen. Dieser ist mit einem Russfänger versehen, der verhindern soll, dass die Wände erneut so schwarz werden. Auch die Kollekte des gestrigen Gottesdienstes fliesst in den Renovationstopf. Küng berichtete davon, dass zudem Spenden in Höhe von 3750 Franken eingegangen sind. Noch nicht exakt zu beziffern ist die Höhe des Zustupfes für die Renovation seitens der Denkmalpflege. Diese hatte den fast 200 Jahre alten Kirchenbau von Wölflinswil erst 2013 unter Schutz gestellt, weil dieser in Form und Farbgebung im Kanton herausragend ist. Kretz nannte bei der gestrigen Wiedereinsegung der Kirche die Mitarbeit der Denkmalpfleger einen «Riesengewinn» für das Projekt.

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