Basel

Schlechtes Wetter drückt die Umsätze an der Basler Herbstmesse

Stefana Herrmann.Bild: zvg

Stefana Herrmann.Bild: zvg

Stefana Herrmann aus Zeiningen ist mit ihren Keramikprodukten das erste Mal am Hääfelimäärt an der Basler Herbstmesse. Ihr gefällt es sehr - wenn das Wetter nicht wäre.

Für Stefana Herrmann ist es eine Premiere: Die Keramikerin aus Zeiningen ist dieses Jahr zum ersten Mal bei der Basler Herbstmesse dabei. «Ich hatte grosses Glück, dass ich auf Anhieb einen Standplatz am Hääfelimäärt bekommen habe», freut sich Herrmann, die ihr Atelier seit Kurzem im Gebäude der Rheinfelder Keramik hat. Das sei nicht selbstverständlich, weiss sie aus den Gesprächen mit anderen Anbietern.

Glück hatte Herrmann auch, dass sie einen Standplatz zugeteilt bekam, der nicht ganz am Ende des Keramikmarktes liegt – wer neu ist, muss sich jeweils hinten anstellen –, sondern einen, der bereits etwas näher beim Petersplatz liegt. «Denn nicht alle Messebesucher schreiten den Hääfelimäärt bis zum Schluss ab», hat sie beobachtet.

Dass sie mit ihren Produkten nicht schon früher an die Herbstmesse ging, habe familiäre Gründe, erzählt Herrmann. Die Kinder waren lange zu klein, als dass die Mutter hätte 18 Tage am Stück weg sein können. Die Kinder sind inzwischen fast erwachsen, und so wagte Herrmann – auch nach Ermunterung durch andere Keramikanbieter – den Schritt. Durchaus mit einer gehörigen Portion Respekt, denn es ist ihr erster Markt, der so lange dauert. «An den anderen Märkten bin ich maximal drei Tage», so Herrmann.

Sie lacht bei der Frage, wie es ihr denn am Tag 13 gehe. «Gut», sagt sie. Sie selbst hatte erwartet, dass sie körperlich an den Anschlag kommt, wenn sie jeden Tag von 11 bis 20 Uhr am Stand stehen muss; sie macht den Markt, bis auf kurze Ablösungen, alleine. «Körperlich habe ich kaum Probleme», so Herrmann. Dafür fiel sie am fünften Tag mental in ein Loch. Sie nennt es «meinen Overflow». Diesen haben viele Marktfahrer, wie sie aus Gesprächen weiss. Sie brauchte einige Stunden, bis sie wieder gleich locker am Stand stehen konnte.

Der Overflow ist überwunden und seither geht es auch energetisch aufwärts. «Die ersten Tage hatte ich am Abend keine Energie, um noch etwas zu machen.» Dies sei heute anders. Darüber staune sie selbst, so Herrmann.

Das Wetter ist «die grosse Enttäuschung»

Nach 13 Tagen ist der Markt «fast zur Normalität» geworden. «Man kommt, richtet sich ein und wartet auf die Besucher.» Diese lassen in diesem Jahr allerdings, wetterbedingt, etwas auf sich warten.

Das Wetter sei «die grosse Enttäuschung», gibt Herrmann denn auch unumwunden zu. Sie ist nicht die Einzige, die mit dem Besucherandrang und damit auch dem Umsatz «nicht ganz zufrieden» ist. Aus Gesprächen mit anderen Anbietern weiss sie, dass die diesjährige Messe zu den umsatzmässig schlechtesten gehört.

Unterkriegen lässt sich Herrmann davon aber nicht. «Wir haben ein gutes Miteinander.» Man kenne sich von anderen Märkten, habe immer Gesprächsstoff und entwickle auch einen eigenen Humor. «Die Zeit geht so auch dann vorüber, wenn wenig los ist.»

Grundsätzlich hätte sie von der Messe «schon etwas mehr» erwartet, räumt sie ein. Aber das Wetter könne man ja nicht ändern.» Wieder lacht sie. Sie habe ihre Erwartungen nun eben dem Wetter angepasst. Für Herrmann ist trotz dem wettertechnisch schwierigen Einstand an der Herbstmesse klar: «Ich komme im nächsten Jahr wieder.»

Die Antwort auf die Frage, was sie sich für den Rest der Messezeit wünscht, muss sie nicht lange überlegen. «Noch ein paar Tage mit Sonne, sodass die Menschen Lust haben, über den Markt zu flanieren und sich die Waren anzuschauen.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1