«Eigentlich sind Musikwettbewerbe nicht mein Ding», sagt Leo Giger aus Frick. Am Nordwestschweizerischen Solisten- und Ensemblewettbewerb (NSEW) hat sich der 15-Jährige trotzdem an die Spitze seiner Kategorie gespielt. Seine Vorträge am Drumset haben die Jury überzeugt. Sie vergaben ihm die höchste Auszeichnung des Wettbewerbs, den Solo-Champion NSEW in der Instrumentenkategorie Perkussion.

Seit Jahren beteiligen sich Schülerinnen und Schüler der Musikschule Frick an diesem Wettbewerb. Der ursprünglich aargauische Contest wird alljährlich in Zusammenarbeit mit Musikschulen und Musikgesellschaften für Bläser- und Schlagzeugschüler durchgeführt. Dieses Jahr fand er in Lausen BL statt. Rund 130 Teilnehmer hatten sich dafür angemeldet. 

Dass er es am Musikwettbewerb so weit nach vorne schaffen würde, habe er nicht erwartet, sagt Leo Giger. Vorgetragen werden musste eine Eigenkomposition von maximal acht Minuten Dauer. Warum die Jury gerade sein Spiel so herausragend fand, kann er sich nicht genau erklären. Vielleicht ist es auch Bescheidenheit, die ihn davon abhält, um seinen Erfolg am Wettbewerb ein grosses Aufheben zu machen.

Das musikalische Talent muss man in der Familie Giger jedenfalls nicht lange suchen. Beide Eltern spielen Instrumente und sind beruflich musikalisch tätig. Leo selbst hat mit vier Jahren begonnen das Schlagzeug zu spielen. Mit sechs kam die Geige hinzu. Die beiden sehr unterschiedlichen Instrumente faszinieren ihn. «Ich profitiere von beiden», sagt er. Beim Schlagzeug sei es das Melodieverständnis, das er durch die Geige gewinnt. Bei der Geige der Rhythmus, den er durch das Schlagzeug lernt. Trotzdem ist das Schlagzeug sein bevorzugtes Instrument. Wobei er nicht nur das Drumset beherrscht, sondern auch Marimbaphon, Xylophon und Vibraphon spielt. «Ich spiele alle Instrumente gerne. Aber das Schlagzeug macht am meisten Spass.»

Die Vorbereitungen auf den Wettbewerb in Lausen hat Leo Giger mit Musiklehrer Christoph Mohler der Musikschule Frick in Angriff genommen. «Wir haben einen Ablauf festgelegt: Welchen Anfang, welcher Stil, wie lange ist das Stück und solche Sachen», sagt Leo Giger. «Mein Lehrer hat mir gesagt: Wenn du nervös wirst, dann spielst du einfach das, was du im Bauch hast. Muster, die du schon lange kennst und nicht mehr viel überlegen musst.» Darum habe er in den etwa drei Monaten vor dem Wettbewerb versucht, sich möglichst viele neue Dinge oder Muster anzugewöhnen.

Das Rezept ging auf. Das Finale fand vor Jury und Publikum statt. Die Nervosität hielt sich in Grenzen. «Ich habe schon vorher vor Publikum gespielt und kann daher mit der Situation einigermassen umgehen.» Der junge Musiker ist seit einigen Jahren beim Siggenthaler Jugendorchester, das regelmässig grosse sinfonische Werke zur Aufführung bringt.

Die Auszeichnung zum Solo-Champion NSEW macht Leo Giger zwar stolz. Aber er braucht den Preis nicht zur Bestätigung seines Könnens. Mit Blick auf die Berufswahl sagt er: «Es gibt zur Zeit kein anderes Berufsfeld, das ich mir vorstellen kann, als die Musik. Das ist für mich die logische Richtung.»