Gipf-Oberfrick
«Schiibe» aus Kirschbaumholz ist die Kunst am Bau

An der Feier für die Handwerker, die sich an der Sanierung der Mehrzweckhalle Gipf-Oberfrick beteiligt haben, wurde der künstlerische Schmuck eingeweiht: «Schiibe» – ein Werk aus Kirschbaumholz, entstanden im Atelier von Thomas Schirmann in Effingen.

Walter Christen
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Thomas Schirmann vor seiner «Schiibe», neben ihm Gemeindeammann Andreas Schmid. – Foto: chr

Thomas Schirmann vor seiner «Schiibe», neben ihm Gemeindeammann Andreas Schmid. – Foto: chr

Diese Kunst am Bau passt bestens ins Foyer der sanierten Mehrzweckhalle in Gipf-Oberfrick: Thomas Schirmann aus Effingen hat eine rund 80 Kilogramm schwere Scheibe aus dem Stamm eines Fricktaler Kirschbaumes gedreht (gedrechselt) und ein ansprechendes Werk geschaffen. Da der Künstler gerne zeuselt, wie er an der Einweihung seiner Holzplastik bekannte, hat er das gedrechselte Zentrum der «Schiibe», wie er sein Objekt nennt, mit Feuer gleichmässig geschwärzt.

Der auf Holzobjekte spezialisierte Thomas Schirmann versteht das Drehen als meditatives und dynamisches, altes Handwerk. «Ich arbeite mit der Formensprache des Kreises: Spindel, Ring, Kegel, Walze, Scheibe und Kugel. Das Gefäss, ein Kult- und Gebrauchsobjekt, das die Menschheit seit Urzeiten begleitet, fasziniert mich in seiner grossen Vielfalt», sagt er. Mit seinen gedrehten Objekten aus Holz erzählt er durch bewusstes Stehenlassen der Lebensspuren – das sind Risse, Verfärbungen und Verwitterung – die Geschichte eines Baumes. Dabei zeigt er die Kraft, Schönheit und Sinnlichkeit des Holzes.

«Zudem faszinieren mich Gegensätze, wie archaische, verwitterte, massive Gefässe, die mit geschmiedeten Eisenklammern zusammengehalten werden oder zarte, durchschimmernde und zerbrechlich scheinende Hohlkörper, die durch den Trocknungsprozess ihre eigenwillige, vom Kreis abweichende Form erhalten haben. Mich interessieren auch die oft überraschenden Farben und Strukturen von ungewöhnlichem Holz, das üblicherweise nicht verarbeitet wird. Das können alte Balken mit Brand- und Bearbeitungsspuren sein oder Schwemmholz, auch Holz mit Pilzbefall. Wichtig ist mir zudem die Oberfläche, die alle Sinne ansprechen soll: samtweich, glatt, rissig, rau, gebrannt, geascht, gerillt oder geschliffen...

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