Fricktal
Schiesskino: Im Fricktal können Schützen virtuell Wildschweine jagen

Was die Driving Range für den Golfer ist, das ist das neue Schiesszentrum Fricktal für den Jagd- und Sportschützen: Ein Übungsplatz, auf dem er seine Fertigkeiten verbessern kann.

Claudia Senn
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Peter Widmer vor dem Schiesskino.

Peter Widmer vor dem Schiesskino.

Es ist eine virtuelle Schiessanlage, ein sogenanntes Schiesskino, in welchem die Schützen nicht mit scharfer Munition, sondern mit Pufferpatronen agieren.

Die Bezeichnung «Schiesszentrum» deutet dabei nicht auf einen Ort hin, an dem sinnlos herumgeballert wird und sich schiesswütige Gruppen treffen, um einem fraglichen Hobby zu frönen.

Es geht vor allem darum, dass der Schütze unter annähernd realen Bedingungen seine Schiesstechnik verbessern kann.

Besitzer des Schiesskinos ist Jan Schneeberger. Der begeisterte Jagd- und Sportschütze Peter Widmer steht ihm dabei beratend und tatkräftig zur Seite.

«Es geht hier nicht um brutale Gewalt mit der Waffe, es ist ganz klar ein Übungszentrum für Sportschützen und Jäger», sagt Peter Widmer mit Nachdruck.

Erste Indoor-Trainingsanlage der Schweiz

Als erste Indoor-Trainingsanlage in der Schweiz besitzt das Schiesszentrum Fricktal den Marksman-ST-2-Simulator. Dieser einzigartige Simulator erlaubt eine ganzheitliche Analyse des Schusses von der Waffenbewegung über das Verhältnis von Waffen- und Zielgeschwindigkeit bis zur genauen Treffpunktlage.

Anhand von Auswertungstabellen und Grafiken kann der Schütze nach seinem Schuss also genau nachvollziehen, warum er getroffen hat – oder warum der Schuss eben daneben ging.

Peter Widmer sieht hier einen grossen Vorteil für angehende, aber auch für geübte Schützen. «Die didaktischen Vorzüge dieser Schiesssimulation sind enorm.

Ich kann einem Schützen so genau aufzeigen, wo er einen Fehler macht, wenn er sein Ziel nicht trifft», so der passionierte Jäger.

Keine scharfe Munition verwendet

Einen weiteren Vorteil des Schiesskinos sieht Peter Widmer darin, dass keine scharfe Munition verwendet wird und somit niemand durch die Schiesstrainings belästigt wird.

«Bei der Arbeit mit dem Simulator gibt es keine Umweltbelastung durch die Patronen, es gibt keine Lärmbelastung und man braucht viel weniger Material, spart viel teure Munition», erklärt Peter Widmer, «ein Pilot lernt auch im Simulator fliegen.

Und genau so lernt ein Schütze im Simulator schiessen.» Gerade für Jäger ist der Schiesssimulator ein idealer Trainingsplatz. Es lassen sich Bewegungsjagden mit Wildtieren simulieren, sodass eine nahezu echte Jagdsituation entsteht.

Zur Verfügung stehen unzählige Szenarien mit verschiedenen Landschaften und Wildtieren. Speziell die Jagd nach Wildschweinen, die bekanntlich gerade im Fricktal grosse Schäden anrichten, kann im Simulator nachgestellt und trainiert werden.

«Es bringt enorm viel, wenn Jäger die Bewegungsjagd trainieren. Gerade das Tontaubenschiessen ist ein wichtiges Training. Man könnte die Jagd so effizienter gestalten», sagt Peter Widmer.

«Aber man darf bei diesem Thema nie vergessen, dass jeder einmal daneben schiesst. Das ist menschlich und deutet nicht sofort auf fehlendes Talent eines Jägers hin.»

Fakt sei aber, dass ein Schütze, der mehr Training habe, sich auch eher traue, zu schiessen – und somit auch treffsicherer werde. Er sieht im Schiesszentrum mit dem Simulator vor allem für die Ausbildung des Jagdnachwuchses grosses Potenzial. «So können wir die Jäger noch viel besser ausbilden.»

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