Laufenburg
Schicht um Schicht zur neuen Rehmann-Ausstellung

Im Rehmann-Museum laufen die letzten Vorbereitungen - am Samstag ist Vernissage. Dann öffnet das Museum die neue Ausstellung «Geschnitten + Geschichtet».

Sabina Galbiati
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Kuratorin Cornelia Ackermann erklärt die Arbeitsweise von Erwin Rehmann an den Originalen
9 Bilder
Erwin Rehmann freut sich auf die Vernissage am Samstag 25
präziseste Schnitt- und Schichtarbeit
Ausstellung im Rehmann-Museum
Andreas Marti zeigt einen Stapel papier, der einen Stapel Papier hält
Andreas Marti zeigt einen Stapel papier, der einen Stapel Papier hält
Ein 5 Meter langes Klang-Diagramm wird zur topografischen Landschaft
Kuratorin Cornelia Ackermann ist sichtlich begeistert von den Kunstwerken
12 Pack Kopierpapier klaffen aus der Wand

Kuratorin Cornelia Ackermann erklärt die Arbeitsweise von Erwin Rehmann an den Originalen

Sabina Galbiati

Ein papierener Turm sprengt die Decke im Rehmann-Museum. Eingeklemmt zwischen einem Wagenheber und der Decke stickt die Säule empor. Doch die Verschalung der Decke ist zu weich und gibt nach. Noch muss der Turm von schmalen Holzbalken gestützt werden. Sind sie weg, gehört das Kunstwerk zur neuen Ausstellung «Geschnitten + Geschichtet», die das Rehmann-Museum kommenden Samstag eröffnet. Entstanden ist ein künstlerischer Dialog zwischen Bildhauern verschiedener Generationen.

Was sie verbindet, ist ihre Art mit dem Material umzugehen. Ihre Werke stellen Antworten auf die Schnittplastiken von Erwin Rehmann dar. Der heute 90-jährige Bildhauer realisierte diese Schnittplastiken aus Messing, Bronze und Metall bereits zwischen 1967 und 1969. Aus etlichen Schichten sind «leib»förmige Gebilde entstanden, die Rehmann mit einer metallischen Haut überzog. Indem er die Körper zersägt, kehrt er deren Inneres nach aussen.

Vielfalt der Materialen

Die Bildhauer Andreas Marti (Zürich), Jürg Stäuble (Basel) und Andrea Wolfensberger (Waldenburg BL, Zürich) greifen die Technik des Schichtens und Schneidens auf und weiten sie auf verschiedenste Materialien aus. Viele ihrer Werke realisieren sie eigens für die Ausstellung und setzten ihre eigenen Schwerpunkte.

Jürg Stäubles ellipsenförmige Säulen aus Styropor drehen sich elegant zur Decke empor, während ein vier Meter langer schwarzer Styroporblock erdrückend schwer im Raum liegt. Beide sind präzise berechnet, zugeschnitten und in Millimeterarbeit geschichtet.

Die Arbeiten von Andrea Wolfensberger verbildlichen den Klang der Sprache. Sätze wie «In der Einsamkeit von 2 Milliarden Lichtjahren musste ich unvermittelt niesen» visualisiert die Künstlerin als fünf Meter langes Klangdiagramm aus unzähligen Kartonschichten. «Die Schallwellen werden plötzlich zur topografischen Landschaft», erklärt Kuratorin Cornelia Ackermann fasziniert. Überhaupt ist sie von den Werken der Künstler begeistert. So auch von Andreas Martis papierenen Säulen und den 12 Pack Kopierpapier, die mit einem Spanngurt zusammengehalten, aus der Wand klaffen. «Das sieht irrsinnig aus und macht den Druck förmlich spürbar.»

Auch in der kommenden Ausstellung will man ein junges Nachwuchstalent fördern. In den beiden Kunstschaufenstern wird Anja Braun (Bern) Ölmalereien zeigen. In akribischer Feinstarbeit hat die 1985 geborene Nachwuchskünstlerin Papierschichten gemalt, als wären sie gedruckt.