Stein

Sanierung zurückgewiesen: Zum alten Zollhaus gibt’s Fragezeichen

Ein Ende der lebhaften Diskussionen rund um das alte Zollhaus ist noch nicht in Sicht.

Ein Ende der lebhaften Diskussionen rund um das alte Zollhaus ist noch nicht in Sicht.

Zustimmung verweigert: Die Gemeindeversammlung in Stein den Sanierungs- Kredit des Gebäudes klar ab.

Das alte Zollhaus in Stein sorgt seit Jahren für heftige Diskussionen. Das Beispiel zeigt, wie schwer es sein kann, einen Ausgleich zwischen den Wünschen der Einwohner und des Gemeinderats zu finden. Stein des Anstosses bei der Gemeindeversammlung am Freitag war der Verpflichtungskredit über 987700 Franken für die Sanierung des Gebäudes.

Gemeinderat Hansruedi Schlatter, Ressortleiter Hochbau und Planung, stellte das Projekt in seiner jetzigen Fassung vor. Eine neue Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, die insbesondere auch Personen einbezog, die sich entschieden gegen die ursprüngliche Projektrealisierung aussprachen.

Nur mit List und Neugier gelingt die Flucht

Das Projekt sieht vor, das Erdgeschoss als «Zollhaus-Saal» für Konzerte, Ausstellungen und Aufführungen, das Ober- und Dachgeschoss als «Escape-Room» für Team­events von Firmen und Institutionen zu nutzen. Was steckt hinter einem «Escape-Room»? Man lässt sich als Team in einen Raum einsperren und verfolgt ein Ziel: die Flucht innerhalb von 60 Minuten. «Völlig auf sich gestellt, müssen Räume erkundet und Verstecke sowie Geheimtüren aufgespürt werden. Mit List und Neugier soll der Weg hinter geheimnisvollen Gegenständen, Geräten und Zeichen herausgefunden werden. Nur so kann die Flucht gelingen», heisst es in der Einladung.

Einige der Anwesenden sahen noch grosse Fragezeichen und meldeten erhebliche Zweifel an dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Investition, der geplanten Nutzung sowie den baulichen Gegebenheiten des Projekts an. Bemängelt wurden die geringe Zahl an Sitzplätzen sowie die unzureichende Planung der Fluchtwege und der Lüftungsanlagen. Der Vorschlag einer Anwesenden, das Ober- und Dachgeschoss als Wohnungen und das Erdgeschoss als Café zu nutzen, erntete dagegen viel Beifall. «Deal or No Deal»? Die Stimmberechtigten gaben kein grünes Licht und verweigerten die Zustimmung für den Sanierungskredit. Der Rückweisungsantrag wurde deutlich mit 81 Ja- zu 14 Nein-Stimmen angenommen. Neue Konzepte und der gemeinsame Wille zwischen alle Beteiligten sind gefragt.

Alle weiteren Geschäfte deutlich gutgeheissen

Genehmigt wurden die Kreditabrechnungen für die Trinkwasser-Ringleitung im Bereich Zürcherstrasse und J. C. Hausstrasse mit einem Nettoaufwand von 153022 Franken, für den Verbands-GEP (Genereller Entwässerungsplan) mit einer Nettoinvestition von 84611 Franken sowie der Verpflichtungskredit für die Sanierung der Neuhofstrasse über 706300 Franken ohne Gegenstimme.

Der Antrag für die Genehmigung des Verpflichtungskredits von 410000 Franken für die Erweiterung des Friedhofsgebäudes und weiterer Aufwertungsmassnahmen wurde mit 109 Ja- zu 5 Nein-Stimmen gutgeheissen. Der Dienstbarkeitsvertrag mit der Colonia Libera Italiana CLI für die Nutzung des Grundstücks am Sportplatzweg (Parzelle Nr. 504) wurde mit 117 Ja- zu 0 Nein-Stimmen genehmigt.

Mit 122 Ja- zu 0 Nein-Stimmen wurde der Antrag für die Zustimmung zum 2. Nachtragskredit – Genereller Entwässerungsplan (GEP II), 1. Etappe – über 100000 Franken, der Verpflichtungskredit für die Umsetzung der Massnahmen aus dem Generellen Entwässerungsplan (GEP II), 2. Etappe, über 1,1 Mio. Franken mit 113 Ja- zu 0 Nein-Stimmen genehmigt.

Mit 119 Ja- zu 0 Nein-Stimmen hiess die Versammlung das Budget 2020 mit unverändertem Steuerfuss von 92 Prozent gut. Von 1568 Stimmberechtigten waren 124 anwesend.

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