Gipf-Oberfrick

Sanierung Waldhaus: Angst, dass es wie bei der Mehrzweckhalle endet

Die Gemeinde Gipf-Oberfrick will das Waldhaus auf dem Thiersteinberg für 300000 Franken sanieren. zvg

Die Gemeinde Gipf-Oberfrick will das Waldhaus auf dem Thiersteinberg für 300000 Franken sanieren. zvg

Die Gemeinde will das Waldhaus sanieren – das weckt bei den Einwohnern böse Erinnerungen. Die Gemeinde aber beschwichtigt: «Wir haben aus den Fehlern gelernt.»

Ein Dutzend Gipf-Oberfricker kamen am Samstagmorgen zur Informationsveranstaltung zur Sanierung des Waldhauses in den Mehrzweckraum. Aber die, die da waren, wollten es genau wissen.

Unter ihnen auch einige Gipf-Oberfricker, die 1979 beim Bau des Hauses mit anpackten. Das Waldhaus wurde als Teil des damaligen Dorffestes erstellt und anschliessend auf den Thiersteinberg versetzt. Nach fast 35 Betriebsjahren sei es sanierungsbedürftig, so die Ansicht des Gemeinderats. «Das Dach, die Isolation und die Heizung lassen stark zu wünschen übrig», sagte Vizegemeindeammann Georg Schmid.

Seit Anfang Jahr ist die Arbeitsgruppe mit den Planungsarbeiten beschäftigt. In ihren Abklärungen habe die Arbeitsgruppe drei Varianten geprüft, erklärte Schmid. Die Variante «Flick», bei der für 45 000 Franken nur die nötigsten Arbeiten erledigt würden. Die Variante Neubau für 500 000 Franken. Und: die Variante Sanierung und Aufwertung für 300 000 Franken. Diese habe sich als am Sinnvollsten erwiesen, so Schmid. «Dann hätten wir wieder eine gefreute Sache – ein rundum gutes Waldhaus.»

Charakter soll bleiben

Die geplante Sanierung umfasst die Isolation im Dach und in den Wänden. Diese mache den grössten Teil der Kosten aus, sagte Architekt Urs Hossli. «Die Tiere haben nicht viel übrig gelassen von dem, was das Waldhaus warm halten könnte.» Mäuse und Siebenschläfer haben einen Grossteil der Dämmflocken abgetragen. Die Dachkonstruktion aber machte bei der Prüfung einen einwandfreien Eindruck. Einzig die Dacheindeckung ist asbesthaltig und muss ersetzt werden. Weiter soll ein neues Cheminée und zur Heizung des Waldhauses ein Pelletofen installiert werden.

Im Innern des Waldhauses soll «der rustikale, heimelige Charakter» erhalten bleiben, wie Hossli sagte. Aussen aber ist eine grössere Veränderung geplant. So soll die Gebäudehülle um den Vorraum gezogen und die Raumaufteilung verbessert werden. Auf der Vorderseite ist eine grosse Fensterfront geplant. Und: Die heutige provisorische Überdachung des Vorplatzes soll einer definitiven Überdachung weichen. Konstruieren wird diese der Forstbetrieb aus massivem Laubholz aus den Gipf-Oberfricker Wäldern.

Kein Waldhotel

Diese Überdachung war ein Kritikpunkt der Anwesenden. «Bisher war das Waldhaus ein Waldhaus, aber so sieht es mehr aus, wie ein Waldhotel», bemerkte ein Einwohner. 300 000 Franken seien ein zu hoher Betrag für das, was man bekomme, sagte ein Anderer. Und schliesslich äusserte einer Zweifel daran, dass das Budget auch tatsächlich ausreichen werde: «Ich befürchte, in einem Jahr sitzen wir hier und debattieren über eine massive Budgetüberschreitung.»

Im Hinterkopf dürfte er dabei die neue Mehrzweckhalle gehabt haben. Die Kosten für deren Erstellung lagen nach unvorhergesehenen Komplikationen beim Bau des Dachs und in den Bereichen Brandschutz und Sicherheit eine halbe Million über dem bewilligten Kredit von drei Millionen.

Aus Fehlern gelernt

Um die Kosten tief zu halten, habe man damals im Vorfeld auf eine umfassende Projektierung verzichtet, erklärte Gemeinderat Jos Bovens. Daraus habe man gelernt: «Wir haben das gründlich abgeklärt und auch Reserven eingebaut», beschwichtige Architekt Hossli. Man habe bestimmt nicht die Luxusvariante gewählt, erklärte auch Vizeammann Schmid und betonte: «Wenn wir jetzt sanieren, haben wir die nächsten 30 Jahre Ruhe.»

Die Einwohner können am 28. November entscheiden, ob sie dem zustimmen. Dann kommt der Kredit über 150 000 Franken vor die Gemeindeversammlung. Die anderen 150 000 Franken sollen aus der Forstreserve der Ortsbürger bezahlt werden, die darüber am selben Abend entscheiden werden. «Das Waldhaus gehört zwar den Ortsbürgern, aber viele Einwohner nutzen es regelmässig», sagte Schmid. Er ist überzeugt, dass nach der Sanierung die Attraktivität des Waldhauses und damit auch dessen Auslastung gesteigert werden kann. So soll im Betrieb eine Null-Rechnung erreicht werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1