Gemeindeammann Willy Schürch strahlte und zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ausgang der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Freitag: 3,64 Millionen Franken genehmigten 62 der 66 anwesenden Münchwilerinnen und Münchwiler für die Schulhaussanierung mit Ergänzungsbau sowie für die provisorischen Schulbauten.

Einziger Wermutstropfen: 589 Stimmberechtigte zählt die Gemeinde aktuell, aber an der Versammlung, bei der es immerhin um Millionenbeträge ging, beteiligten sich lediglich deren 66 oder 11,2 Prozent. Somit unterstehen die gefassten Beschlüsse dem fakultativen Referendum.

Falls niemand eine Unterschriftensammlung startet, soll – wie geplant – im Juli mit dem gewichtigen Schulbauprojekt gestartet werden. Der Bezug der sanierten und erweiterten Schulanlage soll im Juli nächsten Jahres erfolgen.

Nachdem voriges Jahr die Sanierung der Bahnstrasse und in diesen Tagen der Neubau des Wasserreservoirs abgeschlossen werden konnten, kann Münchwilen das nächste Grossprojekt in Angriff nehmen.

Altes Schulhaus wird saniert

Das alte Schulhaus wird nicht abgebrochen, sondern saniert. Dass das Gebäude erneuerungsbedürftig ist, zeigen folgende Beispiele: Die Dachisolation ist zu gering und auch der Werkraum ist grösstenteils nicht isoliert.

Die Isolation der Aussenfassade ist genügend, ebenso die der Fenster. Nach diversen Reparaturen im ganzen Schulhaus sind die Oberflächen der Innenwände sanierungsbedürftig.

Da diverse neue Installationsleitungen zu erstellen sind, werden alle Innenwände saniert. Die elektrischen Installationen sind 60 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den heutigen Sicherheits- und Betriebsanforderungen.

Telefonie- und Informatikinstallationen sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Warmwasser gibt es zurzeit im ganzen Schulhaus nur durch nachträglich installierte kleine Wandboiler. Eine Lüftungsanlage fehlt ganz, was im Sommer besonders belastend ist.

Ergänzungsbau als Kernstück

Als Kernstück der Schulbauten stellt sich der Ergänzungsbau dar, der zwischen bestehendem Schulhaus und Turnhalle zu stehen kommt. Bei der genaueren Planung und Bedarfsabklärung hat sich gezeigt, dass dieser Zwischentrakt optimal für einen Mehrzweckraum geeignet ist.

Die Bedürfnisse von Mittagstisch, Schule (Elternabende, Aufführungen, Ausstellungen und so weiter), Vereine (Generalversammlungen, Anlässe) und Gemeinde könnten gut abgedeckt werden.

Die betroffenen Gruppen haben bereits ihr Einverständnis gegeben. Der Zutritt erfolgt via Pausenplatz. Die Küche, Theke und die Inneneinrichtung sind einfach aber zweckmässig geplant. Dank einer grossen Fensterfront zum Pausenplatz hin und durch Oblichter erhält der Raum ein angenehmes Ambiente.

Mit dieser Nutzung kann auf den später geplanten Umbau des heutigen Raumes in der Turnhalle verzichtet werden. Die Kosten für Neubau oder Sanierung sind etwa gleich gross. Erfreulicherweise lässt sich der Mittagstisch ohne Unterbruch weiterführen.

Die Bedürfnisse und Anforderungen mit den zahlreichen Details wurden von der Baukommission, der Schule und den Behördenvertretungen erfasst und durch die Architekten begleitet. Das ganze Schulhaus wird behindertengerecht gebaut (Lift, Türen, Toiletten).

Die Vorgaben des Brandschutzes werden umgesetzt. Die Räume sollen so gebaut und eingerichtet werden, dass auch künftig verschiedene Nutzungen möglich sind.

Was seit Juni 2013, nach der Erteilung des Planungskredits von rund 400 000 Franken, geschah, erläuterte Gemeindeammann Willy Schürch. Unter anderem erfolgten die Auftragserteilung an das Planungsbüro, die Bildung der Baukommission und das Einholen der Offerten.

Die Erteilung der Baubewilligung ist vorgesehen für April/Mai, der Umzug mit Räumung des Schulhauses sowie Abbruch- und Aushubarbeiten im Juli. Der eigentliche Baubeginn ist dann im August.Kommentar rechts