Frick

Sanierung nötig: Heute wird der 140 Jahre alte Ueker Damm untersucht

Der Zustand der älteren der zwei Tunnelröhren durch den Ueker Damm wird heute Freitag mit Kernbohrungen untersucht.

Der Zustand der älteren der zwei Tunnelröhren durch den Ueker Damm wird heute Freitag mit Kernbohrungen untersucht.

Wie sich der Zustand des vor 140 Jahren erbauten Ueker Damms präsentiert, wird heute Freitag unter die Lupe genommen. In der älteren der beiden Strassentunnelröhren, die unter dem Trassee der Bözbergbahnlinie verläuft, gibt es drei Kernbohrungen.

Bereits wurde der seit 1874/1875 bestehende Tunnel durch den Ueker Damm von Spezialisten im Auftrag der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) AG untersucht und die Stellen für die Kernbohrungen bezeichnet.

Was tut sich im Dammkörper?

Das beauftragte Büro wird für die Bahn einen Bericht ausarbeiten und Sanierungsvorschläge unterbreiten. Dass zumindest an der Tunnelverkleidung etwas gemacht werden muss, lässt sich von blossem Auge erkennen durch versinterte Stellen, also Stellen mit mineralischen Ablagerungen, und abgeplatztem Beton. Aber noch wichtiger ist für eine Zustandsanalyse, zu wissen, was sich im eigentlichen Dammkörper tut.

Aufschüttung unter Zeitdruck

Im Oktober 1873, also noch vor Beginn des Dammbaus, wurde der Untergrund mit einem Netz von 2,5 bis 3 Meter tiefen Sickerkanälen entwässert. Schon im Februar 1874 zeigten sich erste Bewegungen der Aufschüttung. Zur besseren Entwässerung des Untergrunds mussten Stollen in den gewachsenen Boden getrieben und für das unterirdisch zufliessende Wasser ein bis 15 Meter tiefer Sickerschlitz angelegt werden. Im September 1874 traten weitere Rutschungen auf, die bis Juli 1875 andauerten. Die ungünstige Beschaffenheit des Materials und die unter Zeitdruck im Winter erfolgte Aufschüttung waren damals die Ursache für das Abrutschen einzelner Partien.

Das Bahntrassee und damit auch der Ueker Damm befinden sich noch knapp auf Fricker Gemeindegebiet. Auf der Kantonsstrasse zwischen Frick und Aarau bildete dieser Damm mit dem einen Tunnel während Jahrzehnten ein gefährliches Engnis.

Aufgrund einer gemeinsamen Eingabe der Gemeinderäte von Frick, Ueken, Herznach und Densbüren im Jahr 1979 erklärte sich das kantonale Baudepartement bereit, das Projekt für einen Fuss- und Radweg zwischen Frick und Densbüren zu prüfen und die Pläne – samt einer zweiten Tunnelröhre durch den Ueker Damm – dem Grossen Rat zur Aufnahme ins Mehrjahresprogramm des Strassenbaus aufzunehmen. In den 1980er-Jahren wurde die zweite Röhre schliesslich gebaut, sodass seit dann eine richtungsgetrennte Verkehrsführung möglich wurde. (chr)

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