Und täglich grüsst das Holpertier: Die Strasse über den Kaistenberg gleicht einem Flickteppich und ist seit Jahren sanierungsbedürftig. Mehrmals wurde eine Sanierung auch bereits angekündigt, doch das Projekt verzögerte sich immer wieder.

Nun nimmt es jedoch Fahrt auf. «Wir sind an den letzten Schlussbereinigungen», sagt Fabian Gasser, Projektleiter beim Kanton. Will heissen: Das Projekt kann in den nächsten Wochen dem Regierungsrat zur «vorläufigen Genehmigung» vorgelegt werden. Mit dieser spricht der Regierungsrat den nötigen Kredit und gibt das Projekt zur öffentlichen Auflage frei.

Die Kostenfrage ist mit ein Grund, dass es so lange gedauert hat. Ursprünglich ging man von einer einfachen Sanierung aus: Belag erneuern, die Hügel an einigen Stellen abtragen, um die Strecke übersichtlicher zu machen und die Unfallgefahr zu reduzieren. Geschätzter Kostenpunkt 2012: 4,5 Millionen Franken.

Schnell merkte man jedoch, dass es damit nicht getan ist, dass «die Investition so nicht nachhaltig ist». Denn die Strasse hat, auf Fricker Seite, ein Wasserproblem. Wenn es regnet, fliessen ganze Bäche über die Strasse – und unter ihr durch. Das greift den Kieskoffer an, was zu den omnipräsenten Rissen und zur Absenkung einzelner Strassenpassagen führt. «Wir müssen das Wasser sauber fassen und ableiten», erklärt Gasser. Zudem ist der Hang in Bewegung und die Strasse muss mit Pfählen stabilisiert werden.

Langer Streckenabschnitt

Um die Gesamtkosten besser beziffern zu können und das Kostenrisiko zu minimieren, zog der Kanton Abklärungen über die Bodenbeschaffenheit vor. Heute weiss er: Die Sanierung wird um die 15 Millionen Franken kosten. «Ein grosser Kostentreiber ist die Länge des Strassenabschnitts», sagt Gasser. Knapp 2,5 Kilometer Strasse müssen zwischen Ortsausgang Frick und den Höfen auf dem Kaistenberg erneuert werden, «das geht ins Geld».

Ein Teil geht auch in den Ausbau der Strasse. Sie ist heute vielerorts nicht einmal sechs Meter breit, der Schnitt liegt klar unter der Norm von 6,5 Metern. «Busse können stellenweise kaum kreuzen», weiss Gasser. Das soll sich ändern: Die Strasse wird künftig durchgehend mindestens 6,5 Meter breit sein. Um die Strecke übersichtlicher zu machen, wird in der zweiten Rechtskurve von Frick her zudem der Hügel auf der Kurveninnenseite abgetragen.

Mehrverkehr befürchtet

Nicht allen gefällt dieser starke Ausbau. Von einer Autobahn über den Kaistenberg ist die Rede und Konditor Markus Kunz ärgert sich in einem Leserbrief darüber, dass man die Strasse auf 6,5 Meter ausbaue, «obwohl man weiss, dass damit das Nadelöhr Frick zusätzlich von Lastwagen überrollt wird».

Dass nach der Sanierung eine Lastwagenlawine auf Frick zurollt, wie Kunz es prophezeit, glaubt Gasser nicht. Die Kritik, man baue eine Strasse zu stark aus, höre er fast bei jedem Projekt. «Natürlich wird die breitere Strasse für etwas Mehrverkehr sorgen. Aber gross wird dieser nicht sein.» Wer heute den Umweg über den Hardwald fahre, werde dies auch künftig tun. «Das Navigationsgerät zeigt einem ja den Strassenzustand nicht an.»

Die Zukunft wird es zeigen. Bis es so weit ist, dauert es noch eine ganze Weile. Zuerst muss nach dem «Go» der Regierung das Projekt in Frick, Kaisten und Oeschgen (ein kurzes Teilstück liegt auf Oeschger Boden) öffentlich aufgelegt werden. Wenn es Einsprachen gibt, und davon ist auszugehen, dürfte das Projekt frühestens 2018 baureif sein. Ob dann gleich gestartet wird, hängt auch von den anderen Bauprojekten in der Region ab. «Wir koordinieren die Projekte zeitlich so, dass die Autofahrer nicht von Baustelle zu Baustelle fahren müssen.»

Gasser rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren; die neue Strasse über den Kaistenberg geht somit kaum vor 2020 in Betrieb. Wo es möglich ist, wird während der Bauzeit mit einer Lichtsignalanlage gearbeitet. «Aber wir kommen nicht umhin, die Strasse zeitweise zu sperren.» Wie lange, ist noch unklar.

Gasser geht von rund einem Jahr aus, in dem der Kaistenberg komplett gesperrt ist. In dieser Zeit muss auch die Buslinie Laufenburg–Frick über den Hardwald umgeleitet werden. «Das ist nicht ganz einfach», sagt Gasser. «Damit der Takt eingehalten werden kann, braucht es zusätzliche Busse.» Die Details müssen auch hier noch geklärt werden.

Dafür bleibt auch noch Zeit. Zeit, in der es für die Automobilisten heisst: Und täglich grüsst die Holperstrasse.