Verkehrsbeschränkungen
Sanierung am Kaistenberg beginnt im Januar – mit Tempo 30 soll Schleichverkehr verhindert werden

Im Januar starten die Sanierungsarbeiten am Kaistenberg. Sie dauern bis im Sommer 2022. Ein Jahr lang wird der Berg für den Verkehr gesperrt.

Thomas Wehrli
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Bald Geschichte: Holperstellen am Kaistenberg.

Bald Geschichte: Holperstellen am Kaistenberg.

nbo (6.12.2019

Der Rumpelpiste geht es definitiv an den Kragen: Nach aufwendiger Planung startet die zweijährige Sanierung der Kantonsstrasse über den Kaistenberg Mitte Januar. Ein Vorgeschmack darauf geben die amtlichen Publikationen in dieser Woche. Für die Sanierungszeit sind insgesamt zehn vorübergehende Verkehrsbeschränkungen ausgeschrieben.

«Signale, die länger als 60 Tage in Betrieb sind, müssen publiziert werden», erklärt Fabian Gasser, Projektleiter beim Baudepartement, das Vorgehen. Ein Teil der Schilder wird bereits bei Baustart gebraucht – im Januar laufen die letzten Vorarbeiten, ab 1. Februar geht es dann richtig los –, der Rest später.

Was auffällt: Es sind auch Verkehrsbeschränkungen darunter, die nicht direkt mit der Sanierung zu tun haben; etwa Tempo 30 durch Itten­thal. In Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden und der Polizei habe man für zwei potenzielle Ausweichrouten Verkehrsbeschränkungen vorgesehen, sagt Gasser. Dabei beschreiten Kanton und Gemeinden einen defensiven Weg: Es gibt (noch) kein Fahrverbot oder andere Beschränkungen, sondern «nur» Tempo 30 an den neuralgischen Stellen. Damit, so hoffen die Verantwortlichen, lasse sich der Schleichverkehr zumindest stark eindämmen und vor allem könne so die Sicherheit entlang dieser Strecken erhöht werden.

Lichtsignalanlage in beiden Bauabschnitten

Wenn nicht, werden weitere Massnahmen geprüft. Es sei immer ein Abwägen zwischen dem Verhindern von Mehrverkehr und dem Einschränken des eigenen Verkehrs, erklärt Gasser.

In der ersten Bauphase – sie dauert bis im Sommer 2021 – wird der Verkehr noch über den Berg rollen. Parallel werde auf zwei Abschnitten gebaut, sagt Gasser. Gestartet wird zum einen ausgangs Frick, zum anderen beim Abzweiger nach ­Ittenthal. Von den Startpunkten aus arbeiten sich beide Equipen in Richtung Kaisten vor.

Bei beiden Bauabschnitten wird eine Lichtsignalanlage eingesetzt. Damit die Rotlichtphasen nicht zu lange dauern und der Verkehr so besser rollt, gilt für Fahrräder und Motorfahrräder bereits in der ersten Bauphase ein absolutes Fahrverbot. Es wird eine lokale Umleitung signalisiert.

In der zweiten Phase, die gut ein Jahr dauert und im Sommer 2022 zu Ende gehen soll, gilt das Fahrverbot dann für jeglichen Verkehr. «Damit können wir die Bauzeit um mehrere Monate verkürzen», sagt Gasser. Umgeleitet wird der Verkehr in der zweiten Bauphase via Hardwald und Eiken.

Linienbus verkehrt die ganze Zeit über den Berg

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Der Linienbus wird auch während der Vollsperrung über den Kaistenberg fahren. Man habe eine Umleitung via Eiken geprüft, sagt Gasser. Doch aus finanziellen und organisatorischen Überlegungen – es müsste eine Zusatzroute mit entsprechendem Personal und Bussen installiert werden – wurde diese Variante verworfen.

Die reinen Baukosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 13 Millionen Franken. Bewilligt hat die Regierung einen Gesamtkredit von 16,6 Millionen Franken. Darin eingeschlossen sind Planungs- und Nebenkosten sowie die Reserve für Unvorhergesehenes. Die Sanierung der Kaistenbergstrasse ist dabei kein 08/15-Projekt. Insbesondere zwei Herausforderungen mussten die Planer meistern: das Hangwasser und die Geologie. «Auf der Fricker Seite arbeitet der Berg», sagt Gasser. Stoppen lasse sich das nicht, «aber wir können mit baulichen Massnahmen darauf reagieren».

Nach der Sanierung wird die Optik der Strasse «signifikant anders sein», so Gasser. Dies liegt zum einen am durchgehenden Strassenbankett, das es heute gar nicht gibt. Zum anderen aber auch an der Fahrbahnbreite. Während es heute Stellen hat, die nur gerade 5,50 Meter breit sind, ist die Fahrbahn künftig durchgehend 6,20 Meter breit.

Einen Velostreifen wird es allerdings auch nach der Sanierung nicht geben. «Der Kaistenberg ist keine offizielle Radroute und deshalb war dies auch kurz Thema», so Gasser.