Laufenburg
Saisonstart verschoben: Ausflugsboot muss schon wieder in die Werft

Garantiearbeiten sind nach der Totalrevision des Motorschiffs MS «Stadt Laufenburg» noch ausstehend. Deshalb verschiebt sich der Saisonstart der Laufenburger Rheinschifffahrt auf unbekannte Zeit.

Walter Christen
Merken
Drucken
Teilen
Das Motorschiff «Stadt Laufenburg», hier an seinem Steg beim «Roten Löwen», legt vorderhand für Passagierfahrten noch nicht ab.

Das Motorschiff «Stadt Laufenburg», hier an seinem Steg beim «Roten Löwen», legt vorderhand für Passagierfahrten noch nicht ab.

Walter Christen

Der Verkehrsverein Laufenburg, unter dessen Flagge das Motorschiff «Stadt Laufenburg» auf dem Rhein unterwegs ist, erlebt eine Pechsträhne mit dem Ausflugsboot. Nachdem voriges Jahr die Totalrevision an dem 50 Jahre alten Schiff in der Prattler Werft RB Yachting GmbH von Rolf Braun durchgeführt wurde, sind immer noch Garantiearbeiten ausstehend.

Das heisst, deswegen finden die öffentlichen Rundfahrten auf dem Rhein – jeweils sonntags von 14.30 bis 16.30 Uhr – zurzeit noch nicht statt. Wann die Saison der Rheinschifffahrt in Laufenburg beginnt, steht somit noch nicht fest.

«Mit der Werft wird verhandelt»

«Bis heute sind noch Garantiearbeiten und Verbesserungen ausstehend. Das Schiff muss leider nochmals ausgewassert werden, diesmal für eine Reparatur der Antriebswelle. Mit der Werft wird derzeit verhandelt und der Zeitplan für die Arbeiten abgesprochen.»

Dies war an der Generalversammlung des grenzüberschreitenden Verkehrsvereins Laufenburg von Silvia Blaser zu vernehmen, beim Verkehrsverein verantwortlich für die Rheinschifffahrt.

«Wir hoffen auf eine kurze Auszeit für das Schiff, damit wir dann den Saisonbetrieb wirklich starten können. Unser Schiff mit Jahrgang 1964 muss einfach wieder in den Einsatz, um die Rheinschifffahrt in Laufenburg zu erhalten. Denn hinter den vielen Buchungen stehen Erwartungen, die wir Kapitäne erfüllen möchten. Schliesslich sollte das Schiff mit allen abgeschlossenen Garantiearbeiten zum Saisonauftakt in sein fünfzigstes Jahr seit dem Stapellauf einfahren», so Silvia Blaser zur aktuellen Situation der «Stadt Laufenburg».

Sie erwähnte im Jahresbericht 2013 der Rheinschifffahrt, dass das Schiff am 12. März beim Kraftwerk Laufenburg ausgewassert und zur Totalrevision nach Pratteln in die Werft von RB Yachting transportiert worden sei.

«Geplant war die Einwasserung auf den 3. Juni. Leider haben die Revisionsarbeiten viel länger gedauert, als geplant. So konnte das Schiff erst am 5. August zurückgebracht werden. Dazu kommt, dass die vereinbarte schriftliche Offerte um einiges überschritten wurde.»

600 Passagiere in der Saison 2013

Die Saison sei deshalb recht kurz ausgefallen und das gedrängte Programm habe alle Kapitäne gefordert. Es seien mehr als 600 Passagiere bis Saisonende an Bord gewesen, fanden doch neben den öffentlichen Fahrten auch Schleusen-, Themen- und Badefahrten statt. Letztere werden ab der kommenden Saison nicht mehr angeboten, sagte Silvia Blaser.

Der Laufenburger Vizeammann Meinrad Schraner, Vizepräsident des Verkehrsvereins, führte durch die Versammlung, an der die zwei Dutzend anwesenden Personen sämtliche Anträge gut hiessen und dem Vorstand Entlastung erteilten. Er vertrat den abwesenden Präsidenten Rudolf Lüscher.

Schifffahrt mit Hindernissen

Ein Kommentar von Walter Christen

Die Personenschifffahrt in Laufenburg ist weder eine einmalige Touristenattraktion, noch ein blosses Freizeitvergnügen einiger Möchtegern-Kapitäne. Nein, die Schifffahrt auf dem Rhein ist seit Jahr und Tag fester Bestandteil des vielfältigen Programmangebots des Verkehrsvereins Laufenburg und wird rege genutzt.

Die Kapitäne des Motorschiffs «Stadt Laufenburg» sind gut ausgebildete Schiffsführer, die ihren Passagieren unvergessliche Fahrten durch eine malerische Flusslandschaft bieten. Das muss so bleiben, auch wenn sich die Verantwortlichen des Verkehrsvereins gegenwärtig in einer ungemütlichen Situation befinden, weil das Schiff schon wieder in die Werft muss und man daher im Moment von einer Schifffahrt mit Hindernissen sprechen muss.

Dabei wurde doch das Schiff erst vor rund einem Jahr für
eine Totalrevision ins Trockendock gebracht, verbessert und mit einigen Neuerungen versehen. Also überhaupt keine Spur von einem Jammerkahn, der bald verschrottet werden muss! Ganz im Gegenteil: 50 Jahre ist es nun her seit dem Stapellauf dieses Schiffes. Und seit 16 Jahren ist es in Laufenburg im Einsatz, wo es seinen Dienst verrichtet. Hunderte Passagiere geniessen in jeder Saison die Fahrten als unvergessliches Erlebnis.

Bleibt zu hoffen, dass das MS «Stadt Laufenburg» nicht so lange ausfällt, wie 2013 und nun endlich flottgemacht werden kann, sodass es bald wieder heisst: «Leinen los . . .»