Saisonrückblick
Corona vermiest den Museen erneut die Bilanz – das Normalniveau bei den Besucherzahlen erreicht lediglich eines

Dem Museum Schiff in Laufenburg blieben nach der Wiedereröffnung aus Respekt vor der Pandemie viele Besucherinnen und Besucher fern. Auch das Rehmann- und das Fricktaler Museum haben die normalen Besucherfrequenzen noch nicht erreicht. In Frick freut sich das Sauriermuseum hingegen über die wieder reisenden Schulklassen.

Dennis Kalt
Drucken
Teilen
Museumsleiter Hannes Burger hofft, im «Schiff» bald wieder Führungen anbieten zu können.

Museumsleiter Hannes Burger hofft, im «Schiff» bald wieder Führungen anbieten zu können.

Andrea Worthmann (17. Juni 2020)

Es war ein schwieriges Jahr für die Museen. In den ersten zwei Monaten legte die Massnahmen zur Pandemiebekämpfung den Betrieb der Kunst- und Kulturstätten auf Eis. Nach dem Lockdown als erstes Museum im Fricktal öffnete das Museum Schiff in Laufenburg mit «Bilder erzählen Geschichten». Die Wiedereröffnung verlief zäh, wie Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins, sagt: «Gerade zu Beginn hatte so mancher vor dem Virus Respekt und blieb fern.»

In der kurzen Phase vor dem Lockdown hatten 250 Besucherinnen und Besucher die aktuelle Ausstellung besichtigt, die noch bis zum 28. November läuft. Burger sagt:

«Rund 800 Besucher haben sie inzwischen gesehen. Normal wäre diese Zahl doppelt so hoch.»

Das liege auch daran, dass Burger aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten in Kombination mit der Pandemie bis anhin auf Führungen verzichtet. «Wir wollen sie möglichst im neuen Jahr wieder anbieten», sagt er.

Die Besucherfrequenz hat leicht angezogen

In den letzten Wochen habe die Besucherfrequenz wieder ein wenig angezogen. Es käme auch so mancher Heimweh-Laufenburger oder so manche Heimweh-Laufenburgerin, um sich etwa die Bilder der Altstadt anzuschauen und mit der Familie eifrig zu diskutieren.

Die höchste Besucherzahl verzeichnete das Museum Schiff an einem Tag, als der ehemalige Burgeschreiber zu Laufenburg, Markus Manfred Jung, einen Ausflug mit 50 Personen ins Museum organisierte. «Das hat uns sehr gefreut», so Burger.

Seit 3. September zeigt das Museum die Retrospektive «Alles fliesst» anlässlich des Bildhauers Erwin Rehmann.

Seit 3. September zeigt das Museum die Retrospektive «Alles fliesst» anlässlich des Bildhauers Erwin Rehmann.

Peter Schütz (3. September 2019)

Das Rehmann-Museum in Laufenburg kehrte Ende März mit der Ausstellung «Müssen wir da durch?» des jungen Aargauer Künstlers Roman Sonderegger nach dem Lockdown zurück. Eine klassische Vernissage mit vielen Gästen konnte es damals coronabedingt nicht geben. 488 Besucherinnen und Besucher zählte die Frühjahrsausstellung, sagt Geschäftsführerin Patrizia Solombrino und fügt hinzu:

«Insgesamt haben sich in diesem Jahr die Besucherzahlen auf tiefem Niveau eingependelt.»

So dürfte, wenn sie es derzeit überschlage, das Museum bis Ende des Jahres etwa 1200 bis 1300 Besucher zählen; immerhin eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

Seit dem 3. September zeigt das Museum die Retrospektive «Alles fliesst» anlässlich des runden Geburtstags von Bildhauer Erwin Rehmann, der nächsten November 100 Jahre alt geworden wäre. «Die Vernissage war gut besucht», sagt Solombrino. Manchmal kämen nur zwei Besucherinnen oder Besucher an einem Tag, manchmal seien es zehn.

Auch aus Dänemark habe man bereits Besuchende gehabt. An die Zertifikatspflicht, die seit 13. September auch für Museen gilt, hätten sich die Besucherinnen und Besucher schnell gewöhnt.

Noch nicht die gewohnte Frequenz erreicht

Auch das Fricktaler Museum in der Rheinfelder Marktgasse spürt die Einschränkungen durch die generelle Schliessung der Kulturinstitutionen in den Besucherzahlen, die sowohl 2020 wie auch 2021 nicht oder noch nicht die gewohnte Frequenz erreicht haben, wie Ute W. Gottschall, Kuratorin und stellvertretende Leiterin, berichtet. Aber:

«Das Interesse an der aktuellen Ausstellung ist sehr gross und viele Menschen besuchen das Museum dann mit einer privaten Führung.»

Veranstaltungen, die stattfanden, seien in der Regel recht gut besucht gewesen und auch die Rückmeldungen auf die kommenden Veranstaltungen seien positiv und versprächen interessierte Besucherinnen und Besucher. Die Sonderausstellung «Rheinfelden – Unter Strom! Vom Dreiland in die Welt» ist noch bis zum 12. Dezember zu sehen.

Museumsleiterin Andrea Oettl hat keinen Grund, über die Besucherzahlen im Fricker Sauriermuseum zu klagen.

Museumsleiterin Andrea Oettl hat keinen Grund, über die Besucherzahlen im Fricker Sauriermuseum zu klagen.

Andrea Worthmann (28. August 2021)

Keinen Grund zu klagen hat das Fricker Sauriermuseum, das in einem gewöhnlichen Jahr rund 5000 Eintritte verkauft. Bis auf wenige Ausnahmen erreichte das Museum an den Sonntagen 100 Besucherinnen und Besucher und mehr.

Auch bei den Führungen sieht es nicht schlecht aus: Mit bis dato 157 habe man den Wert von 2020 längstens übertroffen. Damals waren es 111. Und: 36 weitere Führungen sind bis Ende Jahr noch gebucht. «Wir sind sehr erfreut darüber, dass Schulklassen wieder reisen und uns besuchen», so Museumsleiterin Andrea Oettl.

Aktuelle Nachrichten