Dem Circus Nock steht ein ganz spezieller Sonntag bevor. Um 15 Uhr beginnt auf der Luzerner Allmend die letzte Vorstellung der Saison, die Derniere. Ein Moment, der bei den Artisten und der Circus-Leitung immer ganz unterschiedliche Gefühle wecke, wie Direktorin Alexandra Nock sagt. «Einerseits ist da eine gewisse Traurigkeit, weil es das letzte Mal ist, dass alle in diesem Programm auftreten.» Deshalb heisst es: Abschied nehmen. «Andererseits ist da auch die Vorfreude auf die Ferien.»

Seit Mitte März tourte der Fricktaler Circus durch die ganze Schweiz, empfing an 51 Orten die Besucherinnen und Besucher zur Vorstellung. Dazu gehört rund zwei Mal in der Woche ein Platzwechsel, also viel Reiserei. Und Ferien liegen in dieser Zeit nicht drin. «Die vergangenen acht Monate waren schön, aber auch anstrengend», so Nock. Die freien Tage im November nach der Rückkehr ins Winterquartier in Oeschgen – die dreifache Mutter wird sie für ein bisschen Erholung mit der Familie nutzen.

Apéro-Angebot kam gut an

Das Fazit kurz vor Ende der Saison fällt bei Alexandra Nock durchzogen aus. Die Ticketverkäufe machen ihr Sorgen: «Es war von Ortschaft zu Ortschaft unterschiedlich. Aber generell stellen wir fest, dass das Interesse der Leute sich verschoben hat.» Verschoben, weg vom Circus. Die Gründe dafür seien schwierig zu benennen – es sei wohl eine Kombination mehrerer Faktoren, so Nock. Etwa das Wetter: Ist es im Sommer heiss, sitzen die Leute lieber im Garten als im überhitzten Zelt. Ein anderer Faktor dürfte die grosse Konkurrenz an anderen Angeboten sein. Kino, Konzerte, Theater, Sport. «Die Leute haben heute überall eine riesige Auswahl», sagt Nock.

Aber: Trotz der rückläufigen Zuschauerzahlen gibt es auch positive Aspekte. Entwicklungen, die der Circus-Direktorin Mut machen. Das Angebot «Apéro in der Manege» für Firmen etwa werde immer besser genutzt. Und auch der Ferienwagen, der in diesem Jahr zum zweiten Mal vermietet wurde, sei gut ausgelastet. «Wir hoffen, über diese Wege mehr Publikum anlocken zu können», sagt Nock. Im Winter wird die Circus-Leitung zusammensitzen und weitere Ideen diskutieren. Daneben gilt es dann, das neue Programm für die kommende Saison einzustudieren. Gleich nach den Ferien geht es damit los.

Die Planungen für die nächste Saison laufen schon seit einigen Monaten. In diesem Jahr waren es der chilenische Clown Matute und die mongolische Akrobatik-Gruppe Troupe Zola, die bei Publikum speziell gut ankamen. «In der kommenden Saison erwartet das Publikum aber wieder ein komplett neues Programm», sagt Nock und verrät auch schon ein Detail, das viel Spektakel verspricht: Der Circus Nock hat eine Artistengruppe engagiert, die mit sechs Motorrädern gleichzeitig in einer Kugel fährt.