Wallbach
Russ-Niederschlag: Über 180 Kontakte zu Geschädigten hergestellt

Eine Woche nach dem Störfall bei der Alunova auf deutscher Seite sind 95 Prozent der Geschädigten in Wallbach kontaktiert worden. Heute Dienstag wird kommuniziert, wann die öffentliche Orientierungsveranstaltung stattfindet.

Walter Christen
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Hier wird von der betroffenen Einwohnerschaft Wallbachs Grüngut aus dem nach dem Störfall kontaminierten Gebiet entsorgt.

Hier wird von der betroffenen Einwohnerschaft Wallbachs Grüngut aus dem nach dem Störfall kontaminierten Gebiet entsorgt.

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Ein böses Erwachen gab es am Dienstag vor einer Woche für die Bewohnerinnen und Bewohner von etwa 200 Liegenschaften in Wallbach: Russ, Asche und Staub waren über Nacht auf mehr als 200 Grundstücken niedergegangen. Ursache war ein Störfall im Werk der Alunova Recycling GmbH im Industriegebiet auf der deutschen Seite.

Bisher sind über 180 Kontakte zu Geschädigten hergestellt, das heisst, annähernd 95 Prozent der Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer erreicht worden, wie diese Zeitung aus gut unterrichteter Quelle in Erfahrung bringen konnte.

Sachverständigenbüro eingeschaltet

Die Verantwortlichen der Alunova hatten ihre Haftpflichtversicherung über den Störfall, die durch Windverfrachtung über den Rhein auf die Schweizer Seite verfrachteten Immissionen und die dadurch entstandenen Verschmutzungen im Wohngebiet von Wallbach informiert.

Im Auftrag der Versicherung wurde ein Sachverständigenbüro mit der Aufnahme der Schäden beauftragt, dessen von Hamburg angereiste Mitarbeiter am Wochenende die Betroffenen kontaktierte.

Dabei ging es um die Aufnahme der Schäden, welche durch Russablagerungen an Gebäuden, Storen, Fensterläden, Vorplätzen und anderen Einrichtungen entstanden sind.

Nicht alle Geschädigten melden Anspruch an

Es sind zwar nicht wenige Wallbacherinnen und Wallbacher erzürnt, doch melden nicht alle in dem vom Russniederschlag betroffenen Gebiet Schäden an, weil sie bereits am Tag nach dem Störfall selber mit den Reinigungsarbeiten angefangen haben und die Spuren des Störfalls beseitigen konnten.

Es gibt aber sehr viele Liegenschaften, bei denen es zum Beispiel mit dem Abspritzen des Vorplatzes nicht getan ist, sondern aufwendigere Reinigungsprozedere zur Anwendung gelangen müssen. Und da ist bereits ein professioneller Reinigungsdienst im Einsatz.

Nach wie vor gilt, dass Gemüse, Früchte und Beeren aus den betroffenen Gärten vorsichtshalber nicht konsumiert werden sollen. Alles ist, zusammen mit Rasenschnitt, Ästen und übrigem Grüngut, in die im Auftrag der Gemeinde bereitgestellten Mulden zu entsorgen.

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