Zentralfest

Rund 3000 Studenten und Altherren trieben es in Rheinfelden bunt

Rheinfelden war am Wochenende fest in Verbindungshänden: Rund 3000 Mitglieder des Schweizerischen Studentenvereins eroberten das Zähringerstädtchen.

Alljährlich treffen sich die Mitglieder des Schweizerischen Studentenverein. Er ist die Dachorganisation für rund 70 Studentenverbindungen. Erstmals fand das Zentralfest in Rheinfelden statt und erstmals war der Anlass grenzüberschreitend. Der Cortège am Sonntag führte von Badisch-Rheinfelden über die alte Rheinbrücke in die Altstadt. OK-Mitglied Benno Schmid, vulgo Isaak, schätzte, dass die Marke von 3000 aktiven und ehemaligen Studenten am Sonntag erreicht wurde. «Es verlief alles friedlich», meinte Schmid am Sonntag gegenüber der AZ.

Am Samstagabend versammelten sich die Mitglieder unweit des Storchenturms am Stadtpark für den Fackelzug. 1000 Fackeln wurde verteilt und erleuchteten bald darauf die Nacht. Die Marktgasse hinab, über die Tempelgasse zogen die Studenten hinter den Fahnen ihrer Verbindungen zum Hauptwachplatz. Die Chargierten stellten sich hinter dem Rednerpult auf, wo OK-Präsident Magnus Willers, vulgo Hopper, die Menge begrüsste.

Schweigeminute für Roland Brogli

Der erst kürzlich verstorbene AltRegierungsrat Roland Brogli, vulgo Motta, war als Redner für die traditionelle Brandrede nach dem Fackelzug eingeladen worden. Alt-Bundesrätin Ruth Metzler, vulgo Accueil, gedachte Brogli. «Er war die Verkörperung der Werte, die auch den Studentenverein ausmachen», sagte Metzler. Fünf Trommler der Clique Basler Bebbi Basel spielten einen Trommelwirbel vor dem Einsatz der Schweigeminute für Roland Brogli. Der Platz war in Stille getaucht, lediglich das Plätschern des Brunnens war zu hören.

Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst in der römisch-katholischen Kirche unweit des Stadtparks. Die Chargierten zogen mit den Fahnen ein und stellten sich hinter dem Altar auf. Die Predigt in der vollbesetzten Kirche sprach der Basler Bischof Felix Gmür. Er führte aus, dass ein ich-bezogenes Leben kein Glück bringe, sondern die Liebe zu Gott sich in Barmherzigkeit und Zurücknahme ausdrücke.

«Das ist ein wunderbarer, farbenfroher Anlass mit ganz viel Respekt für Traditionen und Freundschaft», erklärte Stadtammann Franco Mazzi. «Rheinfelden hat über 3000 Besucher, die sich in guter Laune in der Altstadt treffen und miteinander gute Stunden verbringen.» Die Stadtmusik spielte feierlich auf. Studentin Manuela Ulrich, vulgo Scuba, meinte: «Das Fest ist einfach grossartig. Das Beste ist aber, dass man mit Leuten aus allen Generationen ins Gespräch kommt. Das erweitert den Horizont.»

Am Nachmittag versammelten sich die Schaulustigen auf der Rheinbrücke für den Cortège. Angeführt von den Trommlern der Basler Bebbi Basel, der Stadtmusik und einem sechsspännigen Fuhrwerk der Brauerei Feldschlösschen zogen die Studenten und die Kutschen mit den 50-Jahr-Veteranen von der deutschen Rheinseite zum Albrechtsplatz. In der Marktgasse applaudierten die Zuschauer den singenden Studenten zu und viele Blumen wurden den Veteranen in die Kutschen gereicht.

Die Chargierten mit den Fahnen stellten sich wieder auf. Festredner war Andreas Meyer vulgo Trämmli, CEO der SBB. Meyer sprach sich für einen offenen fortschrittsorientierten Dialog aus – sowohl in der Gesellschaft zur Wohlstandssicherung wie auch in den Verbindungen zur Nachwuchssicherung. In einer symbolischen Geste gegen zu striktes Reglement zog er sich die Krawatte aus. Dafür gab es besonders von den jungen Studenten kräftig Applaus.

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