Im November 2013 wurde Bettina Roth in die Kirchenpflege der reformierten Kirchgemeinde Frick gewählt. Im vergangenen November übernahm sie nach dem Rücktritt von Patrik Hugo in der Mitte der vierjährigen Amtsperiode das Präsidium der Kirchenpflege. Gut vier Monate später tritt Roth nun mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt zurück. Als Gründe für den Rücktritt führt sie in einer Mitteilung auf der Website der Kirchgemeinde einerseits «die hohe zeitliche und emotionale Belastung» an. Andererseits schreibt Roth aber auch, dass «unterschiedliche Zielsetzungen und Vorstellungen der Amtierenden eine förderliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit zunehmend behindern». Dieser «bedauerlichen Entwicklung» begegne sie nun mit dem Rücktritt, so die scheidende Kirchenpflegepräsidentin weiter. Für eine weitere Stellungnahme war Bettina Roth gestern für die az nicht erreichbar. Die Vizepräsidentin der Kirchenpflege verwies an die Landeskirche.

Dieser Rücktritt hat Auswirkungen auf die reformierte Kirchgemeinde Frick, der Gläubige aus zehn Gemeinden angehören. Denn die Kirchenpflege besteht nun nur noch aus drei ehrenamtlichen Mitgliedern. Gemäss der Kirchenordnung der Reformierten Landeskirche Aargau ist sie damit nicht mehr beschlussfähig. Es braucht neben den Pfarrern und Diakonen, die von Amtes wegen in der Kirchenpflege Einsitz haben, mindestens vier weitere Mitglieder.

Eine Anhörung folgt

Aus diesem Grund wird der Kirchenrat der Landeskirche Aargau nun einen Termin für eine Anhörung der verbleibenden Kirchenpflegemitglieder ansetzen. Laut Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg soll diese Anhörung «möglichst zeitnah innerhalb der nächsten zwei Wochen» stattfinden. «Aller Voraussicht nach» wird der Kirchenrat nach der Anhörung entscheiden, so Weber weiter, dass für die reformierte Kirchgemeinde Frick ein Kurator eingesetzt wird. «Er führt die Geschäfte der Kirchgemeinde alleinverantwortlich, bis eine vollständige Kirchenpflege gewählt ist», erklärt Weber. Selbstverständlich stehe der Kurator jedoch im Austausch mit den verbleibenden Kirchenpflegemitgliedern.

Zu den Aufgaben des Kurators gehört laut einer Mitteilung der Landeskirche neben dem Suchen neuer Kirchenpflegemitglieder auch die Analyse der organisatorischen und personellen Situation der Kirchgemeinde. Die Kosten für den Kurator gehen zulasten der Kirchgemeinde. Abschätzen, wie hoch diese ausfallen werden, wollte Weber nicht: «Die Kirchgemeinden sind so verschieden, dass es hierfür keine Erfahrungswerte gibt.»