Laufenburg
Rudolf Lüscher: «Ich musste Prioritäten setzen»

CVP-Mann Rudolf Lüscher legt nach sieben Jahren sein Grossratsmandat nieder. Im Gespräch mit der az sagt er, wieso er zurücktritt und was er in Zukunft alles tun will.

Susanne Hörth
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Rudolf Lüscher ist künftig mehr in der Gemeindepolitik anzutreffen. chr

Rudolf Lüscher ist künftig mehr in der Gemeindepolitik anzutreffen. chr

Aargauer Zeitung

Heute Dienstag wird für Rudolf Lüscher aus Laufenburg ein spezieller Tag sein. Zum letzten Mal wird er in seiner Funktion als CVP-Grossrat an einer Sitzung des Kantonsparlaments teilnehmen. Nach einer persönlichen Standortbestimmung hat Lüscher den Entschluss gefasst, nach sieben Jahren Grossratstätigkeit sein Amt niederzulegen. «Ich musste Prioritäten setzen», so der Laufenburger. Zum einen hinsichtlich der Herausforderungen in seinem Beruf bei der SBB Infrastruktur in Olten. Hier hat Lüscher neue Aufgaben übernommen. Zum anderen will er sich vermehrt seiner Aufgabe als Stadtammann von Laufenburg widmen.

Hierzu gehört auch, dass der Aufbau der seit 2010 zusammengeschlossenen Gemeinde Laufenburg und Sulz nach zusätzlichen Ressourcen verlangt. Wo bedarf es dieses Zusatzes? Darauf Rudolf Lüscher: «Nebst den vielen laufenden Projekten sind es Führungs- und Koordinationsaufgaben. Es gilt, Termine vor Ort wahrzunehmen und Kontakte zu pflegen. Mail und Telefon sind das eine, sehr wichtig ist jedoch auch der persönliche Kontakt vor Ort.»

Positionierung auf gutem Weg

Auf die schönen und auch weniger schönen Momente seiner Grossratszeit angesprochen, meint Lüscher: «Die Arbeit in der Fraktion und in den Kommissionen, wo mehrheitlich die Meinungsbildung stattfindet, war sehr interessant. Freude macht natürlich auch, wenn eigene Vorstösse positive Aufnahme finden. Die Positionierung des Kantons Aargau ist auf gutem Weg. Entscheidend ist, dass die Regionen hier dabei sind. Überbordenden Zentralismus habe ich stets bekämpft. Mühe machte mir die Debatte über das Energiegesetz, bei welchem die fortschrittliche Ausrichtung keine Mehrheiten fand.»

Vorstandstätigkeiten

Für sein Grossratsamt hat der CVP-Politiker auf das Jahr aufgerechnet im Schnitt einen Tag pro Woche investiert. Zeit, die er nun vermehrt für Beruf und «seine» Gemeinde aufbringen möchte. Der Laufenburger ist aber nicht «nur» Berufsmann, Grossrat und Stadtammann. Er ist Vorstandsmitglied beim Planungsverband Fricktal Regio, Vizepräsident beim Jurapark Aargau, Präsident des Aargauischen Waldwirtschaftsverbands, Stiftungsrat vom Rehmann-Museum in Laufenburg, Präsident des Fördervereins Gesundheitszentrum Fricktal, Präsident des Verkehrsvereins Laufenburg und Vorstandsmitglied der Gemeindeammänner Kanton Aargau. Steht bei einem dieser aufgezählten Ämter ebenfalls ein Zurücktreten oder zumindest ein Kürzertreten an? «Zurzeit ist das kein Thema. Es ist wichtig, dass die Stadt Laufenburg in diesen Organisationen vertreten ist», erklärt Lüscher.

Seiner Nachfolgerin im Grossen Rat, der Fricker CVP-Gemeinderätin Heidi Birrer, wünscht der scheidende Grossrat alles Gute. Es sei wichtig,
im Grossen Rat Kontakte zu knüpfen und ein Beziehungsnetz aufzubauen. Wichtig sei aber auch, stets seine Positionen klar und gradlinig zu vertreten, gibt der Laufenburger Heidi Birrer mit auf den neuen Weg. «Ich bin überzeugt, dass sich Heidi Birrer mit ihrer gewinnenden Persönlichkeit und ihrem Engagement rasch im Grossen Rat eingelebt hat.»