Zeiningen/Zuzgen
Rückhaltebecken sollen vor Überflutungen schützen und Schäden vermeiden

Ein Hochwasserschutzprojekt im Möhlintal beinhaltet zwei naturnah gestaltete Dammbauten. Die Kosten belaufen sich auf 11,5 Millionen Franken. Die Auflage dauert bis zum 21. März.

Walter Christen
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Am Ende der Grünfläche auf der rechten Seite zwischen Hellikon und Zuzgen ist der Dammbau für das Regenrückhaltebecken vorgesehen.

Am Ende der Grünfläche auf der rechten Seite zwischen Hellikon und Zuzgen ist der Dammbau für das Regenrückhaltebecken vorgesehen.

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Damit künftig im Möhlintal Schäden durch Überschwemmungen vermieden werden können, sollen zwischen Hellikon und Zuzgen sowie in Zeiningen Rückhaltebecken errichtet werden.

Bauherrschaft ist der Abwasserverband Region Möhlin; die Abteilung Bau und Umwelt der Gemeinde Möhlin hat die Projektleitung inne. Die Pläne liegen bis zum 21. März in den Gemeindeverwaltungen Zeiningen und Zuzgen öffentlich auf.

193 000 Kubik Rückhaltevolumen

Aus dem Technischen Bericht der Hunziker Betatech AG, Winterthur, geht hervor, dass für die beiden Hochwasserrückhaltebecken laut Kostenvoranschlag mit einem Aufwand von 11,5 Millionen Franken (inklusive Mehrwertsteuer) zu rechnen ist.

Es ist eine naturnahe Gestaltung der beiden Dämme vorgesehen. Das Rückhaltebecken zwischen Hellikon und Zuzgen wird gemäss Technischem Bericht für ein Volumen von 43 000 Kubikmeter ausgelegt, jenes in Zeiningen für 150 000 Kubikmeter.

In der Hochwassergefahrenkarte für das Fricktal von 2008, die unter anderem das Möhlintal beinhaltet, sind die Schutzdefizite entlang dem Möhlinbach aufgezeigt.

Mit dem Hochwasserschutz, der das ganze Tal mit den Gemeinden Wegenstetten, Hellikon, Zuzgen, Zeiningen und Möhlin im Projektperimeter umfasst, wird die grösstmögliche Reduktion beziehungsweise Beseitigung der Schutzdefizite angestrebt.

Bei den betroffenen Gewässern handelt es sich um den Deckbach ab Baugebiet Wegenstetten und um den Möhlinbach bis zur Abwasserreinigungsanlage (ARA) Möhlintal.

Das Hochwasserschutzkonzept für die ganze Talschaft enthält nebst den beiden Rückhaltebecken auch partielle Massnahmen in den Dörfern entlang des Möhlinbachs. Dies ist Bestandteil einer separaten Projektauflage, die noch folgt.

Hochwasser in Wohngebieten

Die Hochwasser in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass bei grösseren Ereignissen der Möhlinbach das anfallende Wasser nicht mehr abzuführen vermag – es kommt zu Überflutungen in bewohnten Gebieten mit hohen Schadenfolgen.

Denn die Kapazität des Bachs entspricht an vielen Stellen lediglich einem 30-jährlichen Abfluss, während für geschlossene Siedlungen ein Schutz vor dem 100-jährlichen Hochwasser verlangt wird.

Da innerhalb des Siedlungsgebiets Uferbereiche fehlen, können die Abflussverhältnisse auch nicht durch eine Verbreiterung des Bachquerschnitts verbessert werden. Im Vordergrund standen deshalb Lösungen mit Rückhaltebecken. Die Wirkungsweise der Becken sowie deren Standorte wurden in einem Variantenstudium evaluiert.

Für die nun vorliegenden Bestlösungen, wie es im Technischen Bericht heisst, berechneten die Fachleute, dass Überschwemmungen bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser im Siedlungsgebiet verhindert werden können.