Fricktal

Rote Zahlen mit dem blauen Wasser: Bäder im Fricktal sind nicht rentabel

Die Gemeinden im Fricktal investieren jedes Jahr mehrere Millionen in Frei- und Hallenbäder

Die Gemeinden im Fricktal investieren jedes Jahr mehrere Millionen in Frei- und Hallenbäder

Die Gemeinden im Fricktal investieren jedes Jahr mehrere Millionen in Frei- und Hallenbäder. Das gefällt nicht allen. Klar ist: Die Frei- und Hallenbäder in der Region sind nicht rentabel – die Gemeinden aber halten daran fest.

Die Frei- und Hallenbäder im Fricktal sind nicht rentabel. Über Wasser gehalten werden sie durch Beiträge der Gemeinden. Beiträge in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken zahlen sie – und das jährlich. Das sorgt immer wieder für Diskussionen. Zuletzt in Laufenburg.

Im letzten Dezember wurde der Betrieb des Freibads an der Gemeindeversammlung diskutiert. Die Stadtbehörde will die zurzeit hohe Verschuldung von Laufenburg senken. Da böte das Freibad mit seinen jährlichen Kosten von 420 000 Franken Sparpotenzial. Für denkbar befand die Versammlung damals aber nur eine verkürzte Saison, von einer Schliessung – auch nur für eine Saison – wollten die Einwohner hingegen nichts wissen.

Keine Schliessung in Laufenburg

Eine Schliessung werde «momentan nicht vordergründig diskutiert», sagt nun Stadtammann Herbert Weiss. Bademeister Bernhard Küng geht Ende Monat in Pension. Die Stadt hat bereits einen Nachfolger angestellt. In diesem Sommer bleibt das Freibad also offen. «Nicht jede Gemeinde hat ein Freibad. Darauf sind wir stolz», sagt Weiss. Der Bevölkerung müsse aber klar sein: «Wenig zahlen und alles haben – das geht nicht.»

825 000 Franken an jährlichen Beiträgen sind es in Rheinfelden. Die Stadt ist Hauptaktionärin der KuBa Freizeitcenter AG, die das Freibad am Rhein und die Kunsteisbahn betreibt. An der Gemeindeversammlung im Sommer 2013 wurde der Beitrag um 125 000 erhöht. Im Hinblick auf die umfassende Sanierung des Freibads, für die auch gleich noch ein Darlehen in der Höhe von fünf Millionen gesprochen wurde.

Die Sanierung brachte dem Freibad höhere Besucherzahlen. Dass es aber jemals schwarze Zahlen schreibt, sei unrealistisch, sagt Stadtschreiber Roger Erdin. «Der Betrieb funktioniert gut, aber er könnte nie selbstfinanziert sein.» Eine Schliessung des Freibads ist in Rheinfelden kein Thema: «Es gehört zu den Infrastrukturen, die zu den Grundleistungen einer Stadt gehören», sagt Roger Erdin.

Referendum in Sisseln

Etwas komplexer präsentierte sich 2009 die Situation in Sisseln. Damals wurde über die Sanierung des Hallenbads abgestimmt. Die Gemeindeversammlung sprach zwar die 4,5 Millionen Franken, dagegen wurde aber das Referendum ergriffen. Ein Hallenbad zulasten von 600 Haushalten zu führen, sei nicht sinnvoll, argumentierte der Wortführer des Referendums.

Ohne Erfolg. «Das Volk entschied, dass das Hallenbad weiter betrieben wird», sagt Gemeindeammann Rainer Schaub. 250 000 Franken zahlt die Gemeinde Sisseln nun jährlich dafür, 40 000 bis 50 000 Besucher hat das Hallenbad jährlich. «Andere Gemeinden haben eine Sportanlage, wir haben ein Hallenbad, von der auch die Umgebung profitieren kann», sagt Schaub. Eine Schliessung sei kein Thema.

Geschenk in Magden

Wenig zahlen, das müssen in Magden zumindest die Besucher des kleinen Freibads. 50 Rappen kostet der Eintritt für Kinder, 1.50 Franken für Erwachsene. Die Preise wurden seit der Eröffnung vor über 30 Jahren nicht angepasst. Das zeige, dass es nicht ums Geld gehe, sagt Gemeindeammann Brunette Lüscher. «Würde es uns ums Geld gehen, müssten wir das Schwimmbad schliessen.» Vielmehr sei es eine Art Geschenk an die Jugend im Dorf, für sie werde das Bad betrieben. Und erst kürzlich gab es noch ein Geschenk: Die Liegefläche wurde erweitert und ein Beachvolleyball-Feld erstellt. Alles auf Wunsch der Jugendlichen, die sich beim Projekt «Jugend mit Wirkung» beteiligten. «Das zeigt, wie beliebt das Schwimmbad ist. Es wäre aus Magden nicht wegzudenken», sagt Lüscher.

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