Fricktal
Römische Siedlungsgeschichte: Waffen in Wittnau, Münzen in Ueken

Der Kantonsarchäologe Georg Matter informierte über die römische Siedlungsgeschichte in der Region.

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usgrabungsleiter Jakob Baerlocher bei den Arbeiten im Gänsacker in Frick.

usgrabungsleiter Jakob Baerlocher bei den Arbeiten im Gänsacker in Frick.

Nadine Böni

Unter dem Titel «Ad Rhenum – Archäologische Schlaglichter aufs römische Fricktal» führte Kantonsarchäologe Georg Matter durch die römische Siedlungsgeschichte in der Region. Der Fokus lag auf den archäologischen Ausgrabungen der letzten drei Jahre. Besonders gespannt wartete das Publikum auf Neuigkeiten zum Ueker Münzschatz. Organisiert wurde der Vortrag von der Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde.

Römische Niederlassungen im Fricktal sind seit längerem bekannt. Jedoch bringen Ausgrabungen immer wieder bemerkenswerte Funde zutage. Im Rahmen seines Vortrags stellte Georg Matter einige Fundstätten aus den letzten drei Jahren vor.

In Wittnau wurden Teile eines römischen Gutshofs freigelegt. In den jüngeren Schichten fand man Brandrückstände und Teile von Waffen. Diese könnten laut Matter mit dem Refugium auf dem Wittnauer Horn in Zusammenhang stehen, das den Bewohnern als Fluchtort diente. Im Bereich des Gänsacker in Frick wurde vermutlich eine Art antike Raststätte entdeckt. Die Lage an der Strasse zwischen dem Legionslager Vindonissa und der Römerstadt Augusta Raurica ist ideal für ein solches Gebäude. Um diese Hypothese endgültig zu bestätigen, wären allerdings weitere Untersuchungen nötig. Bei der Ausgrabung in Laufenburg entdeckte man sehr gut erhaltene Töpferöfen. Zwischen den hierbei gefundenen Scherben und Keramik aus anderen Fundstellen stellte man aufschlussreiche Gemeinsamkeiten fest.

«Wiederentdeckter» Münzschatz

Besonders eingegangen ist der Kantonsarchäologe auf den Fund des Münzschatzes in Ueken. Dieser sei «in Erhaltung und Zusammensetzung einzigartig in der Schweiz», erklärte Georg Matter. Die Lage des Fundes lässt darauf schliessen, dass der Münzschatz nicht entdeckt, sondern wiederentdeckt wurde. Denn unter den Münzen fanden die Ausgräber eine Sickerleitung, die in den 70er-Jahren verlegt wurde. Ein Bagger hob die Münzen aus und schüttete sie anschliessend wieder in den Graben – nur hat dies damals niemand gemerkt.

Durch diese Funde konnte die Kantonsarchäologie das Bild des römischen Fricktals um einige Bausteine erweitern. Gewiss halten die Fricktaler Böden auch in Zukunft einige Überraschungen bereit. (AZ)