Seit vier Jahren organisieren die Guggenmusiker «Chinzhalde Schränzer» einen Comedy-Abend immer im Spätherbst, diesmal gelang es, den wunderbaren Komiker Schmid zu verpflichten.

Zu schräger Musik kam er lachend mit seinem Velo daher, fuchtelte wild mit den Armen und hatte so seine Erfahrungen bei einem Besuch in Deutschland parat, wo man das Velo Fahrrad nennt, auch wenn es steht.

In atemberaubenden Tempo und immer mit vollem Körpereinsatz surfte Schmid durch die Dinge und Misslichkeiten des Lebens, gab kleine Seitenhiebe auf die Politik, fliegend der Kostümwechsel auf offener Bühne, sparsam die Dekoration, denn die war bei seiner hundertprozentigen Präsenz ohnehin total überflüssig.

Er machte sich lustig, parodierte, hatte pantomimische Einlagen dabei, landete eine Pointe nach der anderen. Mal war er verschmitzt und pfiffig, mal urig derb, stets aber herrlich witzig.

Er lies seiner Spielfreude freien Lauf, jonglierte gekonnt mit Worten, gab denen je nach Lust und Laune irrwitzig neue Bedeutungen, erzählte die verrücktesten Geschichten mit grossartig verknautschter Mimik.

So geriet er bei einer Autofahrt in eine Polizeikontrolle, belehrte entrüstet den Beamten, dass der zwar in seinen Ausweis Einsicht nehmen, den aber keineswegs haben könne. Er sinnierte tiefgründig darüber, warum dem Manne Geschlecht und Gehirn gegeben wurde, aber leider zu wenig Blut, um beides gleichzeitig einzusetzen.

Ein Mann und viele Gesichter

Schmid war ein reichlich tappiger Bahnbeamter, nicht ganz auf der Höhe seiner erforderlichen Tätigkeiten. Gemeinsam mit dem Publikum stellte er Überlegungen an zu einer Lampe in Dauerbetrieb und mit Kurzschluss, ganz ähnlich wie bei den Menschen.

Vergnüglich der Besuch eines Bankberaters, der natürlich das Haus als völlig überholungsbedürftig brandmarkte und eine Vollkaskoversicherung empfahl. Gelassenheit war seine Botschaft an alle verheiratete Frauen, flirtende Ehemänner am Strand seien keine Gefahr, denn lange würden die es sowieso nicht schaffen, ihre dicken Bäuche einzuziehen.

Prächtig seine Erkenntnis zu nicht mehr ganz jungen Männern und ihrem Spielzeug, den E-Bikes in Fortsetzung ihres nie enden wollenden Triebes nach einem fahrbaren Untersatz trotz Herzschrittmacher und Hörgerät.

Selbst ein 80-Jähriger dringt hier noch auf Garantieverlängerung. Rolf Schmid war seine eigene Grossmutter mit Rüschenrock, hing recht einfältig den Gedanken zu den Asylanten nach, spielte gekonnt mit den unterschiedlichen Begriffen.

Er witzelte über Dinge, die man kauft, aber niemals braucht, machte sich lustig über andere und genauso über sich selbst. Als barbrüstige Bikinidame verabschiedete er sich, das Publikum war restlos begeistert.