Schwaderloch

Rolf Häusler will radioaktiven Müll in Schwaderloch verlochen

Während sich alle in Frage kommenden Standorte für ein Tiefenlager mit Händen und Füssen gegen den Atommüll wehren, bietet Rolf Häusler sein Dorf als Standort an. Ist das reine Provokation oder der Versuch Geld für die mausarme Gemeinde zu scheffeln?

«In unserem Dorf haben wir ein geeignetes Gebiet für die Aussenanlagen des Tiefenlagers», sagt Rolf Häusler im Tages-Anzeiger. Der Gemeindeammann von Schwaderloch ist überzeugt, dass die radioaktiven Abfälle da entsorgt werden sollen, wo sie anfallen. Und das ist direkt vor seiner Haustür.

Nähe zu Atomkraftwerken

Nahe der Gemeinde Schwaderloch befinden sich die beiden Atomkraftwerke Leibstadt und Beznau I. Deshalb könnte auch von kurzen Transportwegen profitiert werden. Während diese Gemeinden von den Kraftwerken in Form von Finanzspritzen profitieren, geht es Schwaderloch finanziell schlecht. Der Vorschlag von Häusler muss also auch in diesem Zusammenhang gesehen werden. So spricht er auch von «Arbeitsplätzen, Geld und Aufschwung».

Wie ernst diese Aussagen zu nehmen sind, ist indes fraglich. Schliesslich dürfte auch Häusler wissen, dass ein Tiefenlager auch in Schwaderloch auf erbitterte Gegner stossen würde. Und: Schwaderloch gehört noch nicht einmal zum Planungsperimeter der möglichen Standortregion. Das wiederum passt dem umtriebigen Gemeindeammann nicht. Er will, dass seine Gemeinde in den Perimeter aufgenommen wird.

Antrag bereits gestellt

Einen entsprechenden Antrag habe der Gemeinderat bereits eingereicht. Auch hinter diesem Antrag stehen finanzielle Interessen. Die Gemeinden im Perimeter werden entschädigt, die Gemeinden ausserhalb gehen leer aus. Schon vor zwei Jahren sagte Häusler im Interview mit der az Aargauer Zeitung: «Wir würden uns auch mal lieber mit der Frage beschäftigen, wie wir Geld ausgeben sollen, statt immer überlegen zu müssen, wo wir noch sparen können.» (dno)

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