Roche investiert in Kaiseraugst mehr als eine halbe Milliarde Franken und baut ein modernes Zentrum für Informatik. Bis 2017 wird die Zahl der Mitarbeitenden in Kaiseraugst um über 1500 auf 3500 steigen.

Neben den vier fünfstöckigen Bürogebäuden sind zwei Servicegebäude mit Empfang, Besucherzentrum, Café und Auditorien, eine Tiefgarage, weitere Parkplätze und eine begrünte Parkanlage geplant. Zu stehen kommt der neue Teil des Roche-Areals auf den Grundstücken östlich des Wurmiswegs.

«Der jetzige Parkplatz und das Parkhaus werden entfernt. Hier entstehen die vier Bürogebäude. Alle weiteren Bauten entstehen weiter östlich. Parkplätze gibt es künftig auch entlang der Autobahn», erklärt Roche-Sprecher Nicolas Dunant. Der Wurmisweg, der das Areal in zwei Hälften teilt, selber wird ins Areal integriert und ist für die Öffentlichkeit künftig nicht mehr zugänglich.

Damit ist auch die Fussgängerbrücke über die Autobahn nicht mehr passierbar. «Die Brücke ist ein beliebter Übergang in den Wald», weiss der Roche-Sprecher, «deshalb werden wir weiter westlich beim Sagerweg eine neue Brücke errichten.» Bereits Ende 2015 soll diese Fussgänger- und Radwegbrücke fertiggestellt sein.

Noch keine Baugesuche

In Kaiseraugst freut man sich über die Investitionen des Pharma-Unternehmens. «Das ist für uns sehr erfreulich», sagt Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi. «Wir durften ja etwas damit rechnen, nachdem die Gemeindeversammlung 2012 die Grundsatzvereinbarung mit der Roche klar gutgeheissen hatte.

Aber dass es so schnell geht, wussten wir nicht. Das ist sehr positiv», so Lüthi weiter. Kaiseraugst erwartet dank der Roche-Investitionen künftig mehr Steuereinnahmen. Doch auch die Bauunternehmer und Detailhändler dürfen sich wohl künftig über mehr Umsatz freuen.

Zwar sind noch keine Baugesuche eingereicht, doch der Plan der Roche sieht vor, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau der neuen Parkplätze angefangen wird. Im zweiten Quartal 2015 soll dann mit den ersten Gebäuden begonnen werden.

Sibylle Lüthi erwartet nicht, dass es zu Einsprachen oder Verzögerungen im Baubewilligungsverfahren kommt: «Roche reicht jeweils gut durchgeplante Baugesuche ein und Vieles wurde ja auch in der Grundsatzvereinbarung bereits geprüft.» Die Gemeindepräsidentin weiss aber auch, dass Vorhersagen immer schwierig sind, und sagt deshalb auch: «Wir warten ab und nehmen es dann, wie es kommt.»

Mehr Verkehr durch Pendler

Klar scheint, dass die neuen Arbeitsplätze in Kaiseraugst auch zu mehr Verkehr führen. «Die Belastung des Strassennetzes wird steigen», gibt sich Nicolas Dunant keinen Illusionen hin. Teil des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens sei jedoch ein Verkehrsgutachten, welches die Auswirkungen des Parkings auf den Verkehr untersucht.

Allenfalls könnte der Kreisel in Richtung Autobahn an seine Kapazitätsgrenzen stossen. «Dies ist gegenwärtig in Abklärung mit den zuständigen Behörden», so Dunant. Und auch Sibylle Lüthi betont: «Wir behalten das im Auge und werden dies auch gemeinsam mit dem Kanton prüfen.»

Dunant verweist aber auch auf das Roche-Mobilitätskonzept, das erst ab einer öV-Wegzeit von 45 Minuten den Anspruch auf einen Parkplatz gewährt. Kapazitätsanpassungen im öffentlichen Verkehr werden laut Dunant mit den zuständigen Behörden und Verkehrsbetrieben besprochen. Zudem soll auch der Roche-Shuttle vom Basler Roche-Areal nach Kaiseraugst öfter verkehren.