Sulz
Ringplanet und Erdtrabant im Fokus

Die Frühlingsbeobachtung in der Sternwarte Cheisacher bot eine herausragende Sicht auf Saturn und Mond.

Walter Christen
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Licht- und Luftverschmutzung erlauben nicht allen Sternguckern eine ungetrübte Sicht ins All. Deshalb schätzen sich die Mitglieder der Vereinigung Sternwarte Cheisacher in Sulz sehr glücklich über den Standort ihrer Sternwarte auf 670 Meter über Meer, abseits von lichterfüllten Siedlungen und über den dicksten Dunstschichten gelegen.

Zweimal jährlich, einmal im Frühling und einmal im Herbst, ermöglichen sie in ihrer seit 1966 bestehenden astronomischen Beobachtungsstation auch dem Publikum einen Blick zu den Gestirnen. So lockte der klare nächtliche Sternenhimmel über dem Cheisacher diesmal rund 80 Besucherinnen und Besucher an, die in der Sternwarte weit entfernte Himmelskörper durch das grosse Teleskop und ein kleineres Fernrohr beobachten durften.

Beim Blick ins All staunte männiglich, denn nach der Winterpause war der Ringplanet Saturn sehr gut zu sehen. «Was, einen Ringplaneten mit der Bezeichnung Saturn gibt es? Davon habe ich bis heute überhaupt noch nie etwas gehört», entfuhr es einer verblüfften Betrachterin dieses fernen Himmelskörpers. Dafür nickte sie begeistert, als das Fernrohr auf den Erdtrabanten gerichtet wurde, auf den Mond: «Wundervoll. So schön. Die vielen Löcher – wie ein Emmentaler», kommentierte die Frau die zum Greifen nahe Kraterlandschaft auf der Mondoberfläche.

5000 Millimeter Brennweite

Hugo Blikisdorf und Bruno Fischer zeigten dem Publikum verschiedene Frühlingssternbilder durch das Hauptinstrument, das Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 480 und einer Brennweite von 5000 Millimetern. Auf der Wiese vor der Sternwarte hatte Josef Schibli sein privates Gerät aufgestellt – einen Linsenrefraktor (Planetenfernrohr) mit einer Brennweite von 1060 Millimetern und einem 4-Linsen-Objektiv.

Für die Mitglieder der Vereinigung Sternwarte Cheisacher ist der Frühlingsbeobachtungstag auch immer Gelegenheit für den Frühlingsputz im Klubhaus, wo man sich stets sehr gerne trifft. Für das leiblich Wohl der Sterngucker sorgte diesmal Neumitglied Annemarie Hänggi, und unterstützt wurde das Team von André Peisker und Beda Denkinger.

Den Gästen, die dann am Abend gruppenweise in den gemütlich eingerichteten Aufenthaltsraum gebeten wurden, erteilte Helene Widrig eine äusserst spannende Lektion in Himmelskunde. Zum besseren Verständnis hatte sie sogar ein kleines Planetarium auf den Tisch gestellt. Sie erzählte nicht nur vom Sternenstaub («ein schönes Wort», so die Referentin), sie erläuterte auch auf faszinierende Art und Weise verschiedene planetarische Zusammenhänge und Vorgänge, die sich in den Weiten des Alls abspielen.