Rheinfelden
Rheinsteg in Rheinfelden: Wettbewerb soll Standort klären

Das Regierungspräsidium Freiburg unterstützt den neuen Rad- und Fussgängersteg zwischen den beiden Rheinfelden. Doch der Entscheid über die Lage wurde vertagt. Die beiden Städte wollen zuerst einen Projektwettbewerb für die neue Brücke starten.

Stefan Gyr
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Der alte Eisensteg über den Rhein wurde 2010 abgebrochen. Archiv

Der alte Eisensteg über den Rhein wurde 2010 abgebrochen. Archiv

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Weitere Unterstützung für den neuen Rheinübergang zwischen den beiden Rheinfelden: Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer macht sich laut einer Medienmitteilung für den neuen Rad- und Fussgängersteg zwischen den beiden Rheinfelden als grenzüberschreitendes Verkehrsprojekt stark. Noch immer ist aber unklar, wo die Rheinbrücke gebaut wird, die den 2010 abgerissenen Eisensteg ersetzen soll.

Für das Schweizer Rheinfelden wäre die ursprüngliche Lage des Stegs «optimal», wie der Stadtrat in seinem Geschäftsbericht 2013 schreibt. Doch die Umweltverbände lehnen diesen Standort ab, weil damit das Fischaufstiegsgewässer beeinträchtigt werde. Im ersten Halbjahr 2014 werde der Standort von den Gemeinderäten der beiden Rheinfelden beschlossen, ist im Geschäftsbericht weiter zu lesen.

Doch diese Entscheidung wurde vertagt. Der Entscheid über den Standort sei noch nicht definitiv getroffen worden, sagt Urs Affolter, Stadtbaumeister im schweizerischen Rheinfelden. Die beiden Rheinfelden wollen zuerst einen Projektwettbewerb für den neuen Rheinübergang starten. Die Frage der Anbindung des neuen Stegs ans übergeordnete Langsamverkehrsnetz werde in diesem Wettbewerb ebenfalls untersucht und habe damit Einfluss auf die Festlegung der Brückenköpfe, erklärt Affolter. Der Standortentscheid werde damit auch von den Wettbewerbsergebnissen abhängen.

«Ausgezeichnete Zusammenarbeit»

«Die Wettbewerbsvorbereitungen laufen in beiden Rheinfelden auf Hochtouren», sagt Affolter. «Die Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen ist ausgezeichnet.» Im Juli werde das Programm verabschiedet. Geplant ist ein zweistufiges Verfahren: Nach einer offenen Bewerbungsrunde werden acht bis zehn Planerteams zum Wettbewerb eingeladen. Die eingereichten Projekte werden dann von einer Jury mit Fachleuten und Politikern aus beiden Rheinfelden bewertet.

Das Siegerprojekt wird voraussichtlich im Februar oder März 2015 ausgewählt, wie Affolter erklärt. Dann werde auch definitiv über den Standort entschieden.

Rund 6 Millionen Franken wird der neue Flussübergang für Spaziergänger und Velofahrer kosten. In der Schweiz will der Bund davon 2 Millionen Franken übernehmen. Er hat dem Vorhaben im zweiten Agglomerationsprogramm Basel erste Priorität zuerkannt.

Gemäss der Medienmitteilung des Regierungspräsidiums Freiburg soll das Stegprojekt auch für das europäische Interreg-Förderprogramm angemeldet werden. Der notwendige Antrag werde derzeit mit Unterstützung der Hochrheinkommission vorbereitet. Stimmen die zuständigen Entscheidungsgremien zu, könnte rund die Hälfte des deutschen Anteils durch EU-Zuschüsse gedeckt werden.

Geld von Baden-Württemberg

Da es dem deutschen Rheinfelden aber kaum möglich sein werde, die verbleibenden Kosten allein zu tragen, solle das Projekt zusätzlich in das Radwegförderprogramm des Landes Baden-Württemberg für die Jahre 2015 bis 2019 aufgenommen werden. Das Regierungspräsidium werde das Vorhaben beim baden-württembergischen Ministerium für Verkehr und Infrastruktur zur Aufnahme in das Programm 2015 anmelden.