Rheinfelden

Rheinfelder Stimmbürger lehnen Beratungszentrum im Roten Haus ab

Das Rote Haus wird nicht saniert.

Das Rote Haus wird nicht saniert.

Aus dem geplanten Beratungszentrum im Roten Haus wird nichts. Die Stimmberechtigten von Rheinfelden haben die Sanierung und Erweiterung des baufälligen Gebäudes für 4,36 Millionen Franken mit 50,74 Prozent Nein-Stimmen verworfen.

Das Rote Haus kann nicht in ein Zentrum für Beratungsdienstleistungen im Bereich Jugend, Familie und Alter umgebaut werden. In einer Referendumsabstimmung haben die Stimmberechtigten am Wochenende einen Kredit von 4,36 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung des baufälligen Gebäudes gegenüber der Schifflände knapp abgelehnt. Den 1863 Ja standen 1919 Nein gegenüber. Der Nein-Anteil lag damit bei 50,74 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 52,29 Prozent.

Stadtammann ist enttäuscht

Die Rheinfelder Gemeindeversammlung hatte im Dezember die Sanierung und Erweiterung des Roten Hauses mit grossem Mehr bewilligt. Ein Rückweisungsantrag der SVP wurde mit 204 zu 58 Stimmen abgelehnt. Die SVP ergriff darauf gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung das Referendum, das mit 1020 gültigen Unterschriften im Januar zustande kam.

Stadtammann Franco Mazzi zeigte sich über das Abstimmungsergebnis enttäuscht. Die Stadt habe viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Doch offenbar habe es eine knappe Mehrheit der Stimmberechtigten nicht genügend überzeugt. Im Vorfeld der Abstimmung seien viele Fragen aufgeworfen worden, die anscheinend nicht ausreichend beantwortet werden konnten. Der Stadtrat wird jetzt laut Mazzi die Argumente analysieren, die zu diesem Nein führten, sie gewichten und das Projekt abändern. Der Stadtrat müsse sich überlegen, wie es mit dem Roten Haus weiter gehen soll. Ob er ein neues Projekt für ein Beratungszentrum vorlegen wird, sei noch offen.

«Sehr überrascht und erfreut» über das Resultat war Fritz Gloor, Leiter des Referendumskomitees der SVP. Das Pro-Komitee habe einen grossen Aufwand betrieben. «Ich rechnete deshalb damit, dass es für uns schwierig oder knapp wird.»

Das Referendumskomitee habe nicht einfach nur Nein gesagt, sondern mit konkreten Lösungsvorschlägen aufgewartet, erklärte Gloor. Es habe auch immer wieder hervorgehoben, das sich der Widerstand nicht gegen die Institutionen richtet, die in das Rote Haus einziehen sollten, sondern gegen die hohen Ausgaben.

«Wir sind enttäuscht über das knappe Ergebnis der Abstimmung», schrieb das Pro-Komitee in einer Medienmitteilung. Doch selbstverständlich akzeptiere man diesen demokratischen Entscheid. Im Abstimmungskampf sei sowohl von Befürwortern als auch Gegnern der Vorlage zu hören gewesen, dass die Freiwilligenarbeit für alle Rheinfelder Institutionen geschätzt wird. Für diese Wertschätzung dankt das Pro-Komitee.

Es sei nun sehr gespannt darauf, mit welchen konkreten Taten die Gegner der Vorlage das Raumbedürfnis der Institutionen lösen werden. «Sie stehen jetzt in der Pflicht, innert nützlicher Frist gute Lösungen zu schaffen, die es nach ihrer Meinung gibt.» Weiter äussert das Pro-Komitee in seinem Communiqué sein Bedauern darüber, «dass es die Stadt unterlassen hat, ihre Vorlage im Abstimmungskampf zu vertreten und insbesondere Stellung zu nehmen zum Vorschlag der Gegnerschaft, Räume im Gebäude der Basler Versicherung zu mieten».

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