Bevor der 15-jährige Matteo Gröflin das Haus verlässt, vergewissert er sich, dass sämtliche Elektrogeräte ausgeschaltet sind und das Licht gelöscht ist. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Luca tut es ihm gleich.Zudem verzichtet er darauf, gleichzeitig zwei Medien zu konsumieren. Spielt er ein Computer-Game, so schaltet er den Fernseher aus.

Es sind solch kleine Details, auf welche die Familie Gröflin aus Rheinfelden seit anfangs Oktober achtet. Seither befinden sie sich in einem Wettstreit gegen die Familie Gautschi aus Leutwil. Gewinner ist, wer bis Ende März 2014 die grösste Energieeinsparung erzielt, wobei das Ziel bei mindestens 25 Prozent Einsparung liegt. Wer das schafft, darf sich danach stolz «Energiesparfamilie» nennen und gewinnt einen Geldpreis, der für Energiesparmassnahmen zu verwenden ist.

Den Kopf beieinander haben

Der Wettbewerb wird zum zweiten Mal durchgeführt und ist eine Aktion der AEW Energie AG. Während die zwei Familien, die letztes Jahr gegeneinander angetreten sind, noch Investitionen machen durften, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren, dürfen die Familien Gröflin und Gautschi lediglich mit ihrem Verhalten ihren Verbrauch senken, um eine Einsparung von 25 Prozent zu erreichen. Im Klartext heisst das: Wasser sparen, Strom sparen, kaltes, statt heisses Wasser und vor allem: den Kopf beieinander haben.

Denn mit ein wenig Kenntnis und Wille könne schon viel gemacht werden, ist sich Familienvater Roland Gröflin sicher. Er hat mit seiner Familie einen Massnahmenplan zusammengestellt, wie sie ihr Ziel erreichen können. «Es bringt schon viel, wenn wir daran denken, nur kaltes Wasser zu brauchen, wenn wir kurz die Hände waschen.»

Im Wohnzimmer bekamen die Gröflins von der AEW einen Stromzähler eingebaut. So können sie kontrollieren, wie viel Energie, sie gerade verbrauchen. Leicht hat es das AEW den beiden Familien nicht gemacht. Die 25 Prozent Einsparungen beziehen sich auf die Durchschnittswerte des Energieverbrauchs der letzten beiden Winterhalbjahre – der Zeit also, in der die Familien am meisten Energie verbrauchen, da sie heizen müssen und nicht so lange in die Ferien fahren, wie im Sommer.

Gerade das Heizen ist bei den Gröflins zurzeit ein viel diskutiertes Thema. Patrizia Gröflin sagt: «Ich will im Winter nicht frieren müssen.» Darum hat man sich jetzt im Haus darauf geeinigt, dass im Wohnzimmer immer 20 Grad warm sein soll. Wie es in den übrigen Zimmern sein wird, weiss Roland Gröflin noch nicht. Aber auf alle Fälle werde er darauf achten, dass dort, wo geheizt wird, immer die Türen und Fenster zu sind.

Nachhaltigkeit lernen

Matteo und Luca für den Wettbewerb zu gewinnen, kostete Roland Gröflin einige Überzeugungsarbeit. Denn die beiden Söhne waren anfangs nicht Feuer und Flamme für das Projekt. «Ich hätte mich nicht angemeldet», so Matteo. Aber jetzt habe er sich bereits ans Energiesparen gewöhnt und komme gut damit klar. Dies war für den Vater der wichtigste Grund, sich bei dem Wettbewerb anzumelden: Seine Kinder auf das Thema zu sensibilisieren. «Ich finde es wichtig, dass sie lernen, nachhaltig mit der Energie umzugehen.»

Gröflin hofft zudem, dass seine Familie die Gewohnheiten, die sie sich während des Wettbewerbs aneignet, auch nach Ende März weiterpflegt. «Es ist kein Luxusverlust, während des Einshampoonierens der Haare das Wasser auszuschalten.» Auch Patrizia Gröflin muss sich umgewöhnen. Sie kocht jetzt nur noch mit dem Deckel auf der Pfanne. «Das ist manchmal gar nicht so einfach», schmunzelt sie.

Mit der Aktion will die AEW die Bevölkerung auf das Thema «Energie sparen» aufmerksam machen. Roland Gröflin sagt: «Wir als normale, mittelständische Familie zeigen, wie man im Alltag auf einfache Weise bereits 25 Prozent einsparen kann, ohne dass die Welt gross verändert werden muss.» Gröflin ist überzeugt, dass dieses Konzept gut funktioniert. «Denn eine Veränderung beginnt in den einzelnen Haushalten, im Kleinen, bei der eigenen Verantwortung jeder Person.»