Rheinfelden
Rheinfelden will 7,5 Milionen investieren – ohne sich neu zu verschulden

Die Gemeindeversammlung befindet über Investitionen von 7,5 Millionen Franken für mehrere Projekte. Der grösste Brocken ist die Sanierung des Roten Hauses. Das Geld will die Gemeinde aus dem Eigenkapital nehmen, das bei 17 Millionen Franken liegt.

Stefan Gyr
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Das Rote Haus soll für 4,36 Millionen Franken saniert werden. NBO

Das Rote Haus soll für 4,36 Millionen Franken saniert werden. NBO

4,36 Millionen Franken für die Sanierung des Roten Hauses, 1,96 Millionen für den Umbau der Restaurants Salmen zur Stadtbibliothek und 1,2 Millionen für den Mieterausbau der Regionalpolizei und des Bevölkerungsschutzes im neuen Verwaltungsgebäude der Staatsanwaltschaft: Der Stadtrat von Rheinfelden legt der Gemeindeversammlung drei grosse Brocken vor.

Die Stimmberechtigten müssen am 11. Dezember über Kredite von insgesamt 7,5 Millionen Franken befinden. Zusammen mit den Projekten, für die der Stadtrat keine neuen Kreditbegehren mehr vorlegen muss, sieht das Budget 2014 sogar Netto-Investitionen von 15,2 Millionen Franken vor.

Der Stadtrat rechnet im kommenden Jahr mit einem Ertragsüberschuss von 7,5 Millionen bei einem Aufwand von 57,9 Millionen. Damit bleibt ein Finanzierungsfehlbetrag von 7,7 Millionen Franken.

Diese Mittel sollen aus dem Eigenkapital entnommen werden, wie Stadtammann Franco Mazzi gestern an einer Medienorientierung erklärte. Er sprach von einem «guten Budget»: Trotz der hohen Investitionen und der steigenden Aufwendungen im Vergleich zur Rechnung für dieses Jahr könne die Stadt den Steuerfuss von 100 Prozent halten.

Noch 17 Millionen Eigenkapital

«Dank der Reserven werden die Investitionen auch keine Neuverschuldung zur Folge haben», betonte Mazzi. Das Eigenkapital der Stadt beläuft sich zurzeit noch auf 17 Millionen Franken. Nach den geplanten Investitionen im nächsten Jahr wird Rheinfelden noch immer rund 10 Millionen auf der hohen Kante haben.

«Diese Reserven werden wir in den nächsten vier Jahren brauchen», sagte Mazzi. Nach seinen Angaben rechnet die Stadt mit einem Finanzierungsbedarf von 50 bis 60 Millionen Franken, vor allem für Verkehr und Bildung.

Mehr als der Voranschlag dürften an der Gemeindeversammlung die Kreditbegehren für das Rote Haus und die neue Stadtbibliothek zu reden geben. Die Stadt will das schon lange leer stehende Rote Haus an der Schifflände in ein Zentrum für Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Jugend, Familien und Alter umbauen, wie Stadträtin und Vizeammann Brigitte Rüedin sowie Stadtrat Oliver Tschudin erklärten.

Auf der Rückseite ist ein zweigeschossiger Anbau geplant, in dem ein Mehrzweckraum vorgesehen ist. Mietverträge wurden noch keine abgeschlossen, doch zahlreiche Institutionen haben laut Rüedin bereits Absichtserklärungen unterzeichnet.

Die Stadtbibliothek kann im Restaurant Salmen an zentraler Lage in der Altstadt untergebracht werden. Die Bibliothek habe ein grosses Potenzial, das es zu nutzen gelte, erklärte Stadträtin Béa Bieber.

Bereits heute wird sie monatlich von 3000 Personen besucht. Mit der Lösung im Restaurant Salmen können die Raumbedürfnisse der Bibliothek langfristig abgedeckt werden, wie Stadtrat Tschudin ausführte. Der Stadtrat wolle damit aber auch einen Beitrag an die Attraktivität der Marktgasse leisten.