Rheinfelden
Licht, das nur brennt, wenn es gebraucht wird – die Stadt testet eine neue Strassenbeleuchtung

Im Rahmen eines Pilotprojekts testet die Stadt Rheinfelden ein neues System der Strassenbeleuchtung: Die Strassenlampen sollen nur dann voll leuchten, wenn ihr Licht von Fussgängern, Velofahrern oder Autolenkern auch gebraucht wird. Ein erster Versuch verlief positiv. Jetzt wird eine weitere Strasse ausgerüstet.

Simon Widmer
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Am Kieshübelweg wird eine dynamische Strassenbeleuchtung installiert.

Am Kieshübelweg wird eine dynamische Strassenbeleuchtung installiert.

Simon Widmer

Endlich scheint die Sonne wieder, endlich ist es warm. Doch im Pressegespräch der Stadt Rheinfelden am Dienstagmorgen geht es nicht etwa um den Sommer, sondern viel mehr um etwas, das im Moment gar nicht so viel benötigt wird: Strassenbeleuchtung.

Die Stadt Rheinfelden ist daran, im Rahmen eines Pilotprojektes eine neue Art von Strassenbeleuchtung auszutesten. Die sogenannte «dynamische Strassenbeleuchtung» ist ein System, bei dem mit Hilfe von Bewegungsmeldern und Radar erkannt wird, wann sich jemand nähert und wann das Licht der Strassenlampen benötigt wird. Wenn niemand da ist, sind die Leuchten im Ruhemodus und sorgen mit etwa 10 Prozent der Leuchtkraft für ein dämmerungsähnliches Ambiente.

Nur positive Rückmeldungen

Als Erstes getestet wurde dieses System in der Nähe der Salinen Rheinfelden auf der Zufahrtsstrasse zur Shrimpsfarm der SwissShrimp AG mit sechs Leuchten und zwei Radargeräten.

Da diese Strasse direkt neben dem Wald liegt und nur am Morgen und am Abend das Licht der Lampen wirklich genutzt wird, entschied man sich, eine dynamische Strassenbeleuchtung zu installieren. «Wir haben mit den Leuten von SwissShrimp gesprochen und nur sehr positive Rückmeldungen erhalten. Deshalb wollen wir dieses System weiterverfolgen», sagt Christian Lier, Leiter Tiefbau Rheinfelden.

Dynamische Strassenbeleuchtung am Kieshübelweg

Das Projekt wird nun am Kieshübelweg entlang des Bahngleises in Rheinfelden von der AEW umgesetzt. Der Umfang beträgt dabei 18 Lampen und sechs Radargeräte. Lier sagt: «Die Kosten für ein solches System sind mit 22'000 Franken natürlich höher als beispielsweise bei der Erneuerung der Brückenbeleuchtung auf der Alten Rheinbrücke, wo es für zehn Leuchten nur 5500 bis 6000 Franken kostet.» Aber:

«Die Vorteile, die solche eine dynamische Strassenbeleuchtung bietet, machen das wieder wett.»

Die Vorteile sind offensichtlich: Wenn das Licht bedarfsgerecht brennt, sinkt der Stromverbrauch und die LEDs halten länger. Der grösste Pluspunkt sei allerdings die Lichtverschmutzungsreduktion. Vizeammann Walter Jucker erklärt:

«Das System ist ein hervorragendes Beispiel für Nachhaltigkeit.»

Es sei gut für die Natur, da weniger Lichtemissionen entstehen und beispielsweise der Rhythmus von Tieren nicht so stark gestört wird, so Jucker. «Der Mensch profitiert auch, wenn in der Nacht nicht mehr so viel Licht von aussen in die Zimmer kommt und uns beim Schlafen belästigt.»

Die Zukunft ist auch schon geplant: Wenn der Test des Systems am Kieshübelweg erfolgreich ist, will man solch eine Strassenbeleuchtung vermehrt an Orten einsetzten, die in der Nacht nur wenig Verkehr aufweisen. Konkret ist dabei der Veloweg vom Salmenpark Richtung Zoll und die Strasse zwischen Bahnhof und Feldschlösschen angedacht.