Rheinfelden
Spannung pur am Rheinufer: Die Aussichtsplattform für die Strompioniere verspricht Spass und Information

Mit einem Spatenstich am Standort der geplanten Brown-Nizzola-Plattform am Rheinufer starteten jetzt die Bauarbeiten für das knapp 300'000 Franken-Projekt. Läuft alles nach Plan, könnte die Eröffnung Ende Jahr stattfinden. Besucher können dort die Geschichte der Stromversorgung auch mittels Spielgeräten erkunden.

Hans Christof Wagner
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So soll die Brown-Nizzola-Plattform in Rheinfelden einmal aussehen.

So soll die Brown-Nizzola-Plattform in Rheinfelden einmal aussehen.

(Visualisierung) zvg

Noch läuft die Roberstenstrasse in Rheinfelden ins Nichts, seit der alte eiserne Rheinsteg 2011 abgerissen worden ist. An seine Stelle hätte ein neuer Rheinsteg treten sollen, der aber im Herbst 2019 an der Urne scheiterte. Jetzt soll eine Aussichtsplattform die Lücke füllen und gleichzeitig jene auch in Rheinfelden tätigen Strompioniere würdigen, welche die Elektrizitätsgeschichte Europas und der Welt mitgeschrieben haben: Charles E. L. Brown, Gründer der BBC Baden, und Agostino Nizzola, Direktor der Motor AG, ebenfalls in Baden.

Freuen sich auf die Brown-Nizzola-Plattform, von links Peter Scholer von der IG Pro Steg, Stadtrat Hans Gloor und Beat Karrer von Energiedienst.

Freuen sich auf die Brown-Nizzola-Plattform, von links Peter Scholer von der IG Pro Steg, Stadtrat Hans Gloor und Beat Karrer von Energiedienst.

Hans Christof Wagner

Rheinfeldens Stadtrat Hans Gloor sagte bei dem Anlass, dass jetzt ein Projekt verwirklicht werde, in das viel Energie investiert worden sei. Er erinnerte an die lange Vorgeschichte des Vorhabens, mit dem seinen Worten nach einer «grossartigen europäischen Geschichte» gedacht werden soll, die von Rheinfelden ihren Ausgang genommen habe. Peter Scholer, Präsident der IG Pro Steg, sagte:

«Ich bin froh, dass es jetzt endlich so weit ist, nach den vielen Jahren der Vorbereitung.»

Die IG Pro Steg beteiligt sich finanziell an der Brown-Nizzola-Plattform. Der Verein hat 70'000 Franken aufgetrieben, um am Rheinufer eine Lösung zu ermöglichen, die über das hinausgeht, was für 160'000 Franken zu verwirklichen ist. So viel Geld hatte der Rheinfelder Souverän 2017 für die Plattform bewilligt. Alles in allem wird Gloor zufolge das Projekt rund 290'000 Franken kosten – 230'000 Franken sind beisammen. Auf weitere 50'000 Franken aus dem EU-Förderprogramm Interreg kann Rheinfelden bauen. Fehlten noch 10'000 Franken. So sagte auch Scholer: «Wir sind dabei, den Restbetrag auch noch aufzutreiben.» Bis das geschehen ist, werde die IG Pro Steg fortbestehen.

Kurt Beretta von der IG Pro Steg (rechts) erläuterte den geschichtlichen Hintergrund der geplanten Brown-Nizzola-Plattform.

Kurt Beretta von der IG Pro Steg (rechts) erläuterte den geschichtlichen Hintergrund der geplanten Brown-Nizzola-Plattform.

Hans Christof Wagner

Die Aussichtsplattform auf der Schweizer Rheinseite ist den beiden Maschinenbauingenieuren Brown und Nizzola gewidmet. Am deutschen Ufer bestehen schon Plattformen, die an die Strompioniere Emil Rathenau und Michael von Dolivo-Dobrowolsky erinnern. Somit hätten nach Fertigstellung des Schweizer Projekts sämtliche Wegbereiter des bis heute existierenden europäischen Stromverbundnetzes ihre Erinnerungsorte in Rheinfelden.

50 Quadratmeter grosse Plattform mit diversen Attraktionen

Die rund 50 Quadratmeter grosse Plattform sieht diverse Attraktionen vor: Zentrales Element ist die «50-Hertz-Wippe», ein Spielgerät, das daran erinnert, wie die Pioniere darauf kamen, die Frequenz der Stromnetze auf 50 Hertz auszulegen – ein Wert, der, Kurt Beretta von der IG Pro Steg führte es aus, in weiten Teilen der Welt bis heute Standard sei. Ein mehr als sechs Meter hohes Stahlelement stellt die Silhouette des 2011 abgerissenen Rheinstegs dar und symbolisiert gleichzeitig die seinerzeit gebräuchlichen Stromtrassen. Infotafeln und Sitzgelegenheiten kommen hinzu. Besucher der Plattform können weiter durch Stahlrohre blicken und damit die auf der deutschen Seite gelegenen Stromattraktionen am Rheinufer in den Blick nehmen.

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