Wonnemonat, Liebesmonat, Blumenmonat – Synonyme, die viele Dichter der Romantik für den Mai ins Feld führten. Müssten Adrian Keller und Martina Wirthlin für den Mai ein Synonym verwenden, so würden sie diesen als Hochzeitsmonat benennen. Denn im Mai startet die Hochzeitshochsaison, indem sich heiratswillige Paare das Jawort geben.

121 Partnerschaftseintragungen wurden in diesem Jahr bereits im Fricktal vollzogen. «Wir haben bereits 46 Paare getraut und 51 weitere sind schon eingeplant», sagt Wirthlin, Leiterin des regionalen Zivilstandsamtes Laufenburg. Ihr Rheinfelder Kollege Keller, Leiter des regionalen Zivilstandsamtes Rheinfelden, liegt in diesem Jahr schon bei 75 Trauungen: «2015 war unser Rekordjahr mit insgesamt 265 Trauungen.» Gut möglich, dass der Rekord in diesem Jahr erneut gebrochen wird: «Wir haben im ersten Quartal im Vergleich zum letzten Jahr einen leichten Zuwachs.»

Dass seit 2015 die Zahl der «Ja-Sager» im Zivilstandsamt Rheinfelden sprunghaft angestiegen ist, hat einen bestimmten Grund: Seit Anfang November 2014 hat der Kanton Baselland nur noch ein zentrales Zivilstandsamt. Dieses liegt in Arlesheim, nahe der Solothurner Grenze, und liegt damit für viele Heiratswillige aus dem Baselland ungünstig, weshalb diese nach Rheinfelden ausweichen: «Wir haben ausgerechnet, dass der sprunghafte Anstieg um 20 Paare, der Anzahl Paare mit Wohnsitz im Baselland entspricht», erklärt Keller.

Ein beliebtes Datum für Trauungen ist in diesem Jahr der 16.06.2016, ein Donnerstag: In Rheinfelden finden an diesem Tag acht Zeremonien statt, in Laufenburg sind es bis dato vier. «Für den 06.06.16, einen Montag, gibt es in Laufenburg hingegen keine Anmeldungen», sagt Wirthlin, die weiss, dass Paare am liebsten an einem Freitag heiraten, weil dieser einem arbeitsfreien Tag vorausgeht. Keller doppelt nach: «An einem Freitag spielt es auch dann keine Rolle mehr, wenn dieser auf einen 13. fällt.»

Wo wird geheiratet?

In Laufenburg heiraten die meisten Paare im Trauungszimmer des Zivilstandsamtes. Daneben kann auch noch beispielsweise im Museum Schiff oder in der Stadthalle Laufenburg geheiratet werden. Ein Trend ist, dass sich viele Paare in einer nichtreligiösen Zeremonie an ihrem Lieblingsort das Jawort geben: «Es gibt viele Anbieter, die Zeremonien ausserhalb von Räumlichkeiten – in Feldern, auf Bergen, am Flussufer – vornehmen», sagt Wirthlin.

Im Zivilstandkreis Rheinfelden finden im historischen Rathaussaal von Rheinfelden 98 Prozent der Trauungen statt. Den Rest teilen sich Magden mit dem «Hirschenstübli» und Kaiseraugst mit dem «Fährhüsli». «Es ist auch möglich, in einzelnen Gemeinden des Zivilstandkreises zu heiraten. Bei den meisten dient das Gemeinderatszimmer als Traulokal», sagt Keller. Jedoch würde sich in diesen politischen Räumlichkeiten nur ein verschwindend geringer Bruchteil trauen lassen.