Rheinfelden
Ein Abend im Zeichen von Israel – Gospelchor Rheinfelden überraschte mit schwungvollem Auftritt

Beim «Abendmusiken»-Konzert in der reformierten Kirche in Rheinfelden lag der Fokus auf israelischer, hebräischer und jüdischer Musik.

Andreas Fischer
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Der Gospelchor Rheinfelden trat erstmals unter Dirigent Akira Tachikawa auf.

Der Gospelchor Rheinfelden trat erstmals unter Dirigent Akira Tachikawa auf.

Andreas Fischer

Im nächsten Jahr plant die Reformierte Kirchgemeinde Rheinfelden eine Gemeindereise nach Israel. Im Vorfeld dazu wird es verschiedene Kultur- und Bildungsanlässe geben. Den Auftakt machten die traditionsreichen «Abendmusiken», die entsprechend im Zeichen von «Israel» standen. Das Konzert brachte israelische, jüdische, hebräische Musik in die reformierte Kirche.

Den Schlusspunkt setzte Rani Orenstein, Pianist, Komponist und seit diesem Jahr Musiker in der Reformierten Kirchgemeinde Region Rheinfelden, gemeinsam mit der Sopranistin Carmit Natan, die – wie er selber – an der renommierten Jerusalem Academy of Music und später an der Schola Cantorum Basilensis studiert hat.

Klezmermusik mit einem Hauch von Jazz

Die beiden trugen Lieder aus Israel vor, unter anderem eine Eigenkomposition Orensteins über ein Gedicht der grossen israelischen Lyrikerin Leah Goldberg. Ganz zum Schluss legten sie die Noten weg und performten «Jerusalem aus Gold», das einst vom Friedensaktivisten Uri Avnery als Nationalhymne vorgeschlagen worden ist. Die schönste Zeile darin heisst: «Bin ich nicht für jedes deiner Lieder die Geige?»

Ein Geiger hatte zuvor «Jerusalem aus Gold» schon intoniert, Adam Taubitz, früher Berliner Philharmoniker und erster Konzertmeister des Sinfonieorchesters Basel und heute, gemäss «Deutschlandfunk», einer der virtuosesten Jazzgeiger der Welt.

Er spielte, gemeinsam mit Michael Chylewski, Kontrabass, und Christian Gutfleisch, Pia-no, Klezmermusik «mit einem Hauch von Jazz» – so leitete Gutfleisch die Sounds des hochkarätigen Trios ein.

Kirchenpflegerin Ursula Schnepp, selber Berufsmusikerin, führte durch den Abend. Zur Einleitung eines weiteren Klezmer-Trios zitierte sie Worte des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch über den Klezmer: «Jede Volksmusik ist schön, aber von der jüdischen muss ich sagen, sie ist einzigartig. Sie ist so facettenreich, kann fröhlich erscheinen und in Wirklichkeit tief tragisch sein. Fast immer ist es ein Lachen durch Tränen.»

Die jungen Musiker Mirjam Rietmann (Violine), Pascal Nippel (Flöte) und die Rheinfelderin Lea Vaterlaus (Klavier) lo- teten die kontrastierenden Gefühlswelten der Klezmermusik aus, vom «freylekhs shtikele», dem fröhlichen Stück, bis hin zum «Schluchzen» des jüdischen Gesangs.

Erster Auftritt unter dem neuen Dirigenten

Weiter fand an diesen Abendmusiken der allererste Auftritt des Gospelchors Rheinfelden unter seinem neuen Dirigenten Akira Tachikawa statt. Der überraschende Schwung, den der Chor, brillant begleitet von Christian Gutfleisch, nach vielen Monaten von Lockdown und Zoom-Proben entwickelte, übertrug sich auf das Publikum in der Kirche im gemeinsamen Singen: «Hewenu Schalom alechem» – «wir wünschen euch Frieden».

Ganz zu Beginn spielten die Pianistin Assel Abilseitova, seit Sommer Kirchenmusikerin in Kaiseraugst, und der Geiger Sergio Marrini Musik des schweiz-amerikanischen jüdischen Komponisten Ernest Bloch (1880-1959). Der «Nigun», ein Lied ohne Worte, inspiriert vom improvisatorischen Gesang der Chassidim, interpretiert auf allerhöchstem Niveau, klingt nach.

Gospelchor Rheinfelden, Konzert, Abendmusiken

Gospelchor Rheinfelden, Konzert, Abendmusiken

Andreas Fischer / Aargauer Zeitung

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